00:25 10 Dezember 2019
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    Drogenkampf: Afghanischer Ex-Minister sieht US-Milliarden in den Sand gesetzt

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    Die USA haben seit ihrer Intervention 2001 fast acht Milliarden Dollar für die Drogenbekämpfung in Afghanistan ausgegeben. Dennoch wuchs der Drogenanbau in dem Land am Hindukusch um das Fünfzigfache. General Khodaidad, von 2008 bis 2010 afghanischer Minister für Drogenbekämpfung, sieht die westlichen Milliarden in den Sand gesetzt.

    Die Drogenproduktion in Afghanistan sei außer Kontrolle geraten, die Weltgemeinschaft habe die Situation nicht mehr im Griff, sagte Khodaidad in einem Sputnik-Interview. „Die USA und die Nato gaben 7,8 Milliarden Dollar für den Kampf gegen die Drogenproduktion in Afghanistan aus. Doch sank die Produktion in den letzten Jahren nicht, sondern sie nahm sogar zu. Das Geld ist also nutzlos ausgegeben worden“, sagte der Minister. Auch im Kampf gegen den Terror zeigen die USA und ihre Verbündeten laut Khodaidad keinen Kampfwillen mehr.

    Der Minister rief die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan) auf, energischer gegen den Drogenverkehr vorzugehen. „Die Länder der Region und allen voran Russland unterstützen Afghanistan in wirtschaftlichem und kulturellem Bereich“, sagte Khodaidad. Er würdigte die gemeinsamen Razzien russischer und afghanischer Drogenfahnder. Doch könnten weder Russland noch andere Staaten im Alleingang etwas ändern. Deshalb sähe Afghanistan den geplanten SOZ-Gipfel im Juli in Ufa als eine gute Chance, die Nachbarstaaten für den Kampf gegen Terror und Drogen zu mobilisieren.

    Nach Angaben der russischen Drogenkontrollbehörde FSKN haben die Opium-Anbauflächen im vergangenen Jahr mit 224.000 Hektar ein noch nie dagewesenes Ausmaß

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    Tags:
    Drogen, NATO, SOZ, USA, Shanghai, Afghanistan