14:44 17 Juni 2019
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    MH17-Abschuss: Russland nennt den Namen seines Hauptzeugen

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    Knapp elf Monate nach der Katastrophe des malaysischen Passagierflugzeugs Boeing MH17 über der Ostukraine haben die russischen Ermittlungsbehörden am Mittwoch den Namen ihres Hauptzeugen genannt: Der ehemalige Techniker der ukrainischen Luftwaffe, Jewgeni Agapow, hatte von einer möglichen Verwicklung eines ukrainischen Kampfjets berichtet.

    Um alle Zweifel an der Existenz des Zeugen auszuräumen, habe das Ermittlungskomitee beschlossen, den Namen des Zeugen publik zu machen, teilte der Sprecher der Behörde Wladimir Markin am Mittwoch mit. „Der Zeuge heißt Jewgeni Wladimirowitsch Agapow, Staatsbürger der Ukraine. Er hatte bei der ersten Staffel der taktischen Fliegerkräfte der ukrainischen Luftwaffe, Truppenteil Nummer А4465, als Mechaniker gedient.“ 

    Laut Markin war der Mann freiwillig nach Russland gekommen und hatte sich zur Zusammenarbeit mit den russischen Ermittlungsbehörden bereit erklärt. Das Ermittlungskomitee besitze immer mehr Beweise für die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen. Der Ukrainer hatte unter anderem berichtet, dass ein ukrainischer Kampfjet vom Typ Su-25 am Tag der MH17-Katastrophe seine Basis mit Luft-Luft-Raketen an Bord verlassen habe und etwas später ohne Munition zurückgekehrt sei. Der Pilot, Hauptmann Woloschin, soll zu seinen Kameraden gesagt haben, er sei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

    Widerspruch zur Buk-Version?

    Am gestrigen Dienstag hatten Fachleute des russischen Rüstungskonzerns Almaz-Antey, des Herstellers von Buk-Raketen, über ihre Untersuchungen informiert, laut denen die malaysische Boeing von dem von den Kiewer Streitkräften kontrollierten Territorium aus mit einer Boden-Luft-Rakete des Typs Buk abgeschossen wurde. Der Sprecher des Ermittlungskomitees, Wladimir Markin, nannte am Mittwoch die Schlussfolgerungen der Almaz-Antey-Experten „interessant“. Die Ermittler würden beim Rüstungskonzern nähere Angaben erfragen.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen warfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

    Am 23. Dezember 2014 veröffentlichten die russischen Medien in Wort und Bild ein Interview mit einem ehemaligen Angehörigen der ukrainischen Luftstreitkräfte, der über eine mögliche Verwicklung eines ukrainischen Kampfjets berichtete. Die russischen Behörden stellten den Mann unter Schutz, sein Name war bis heute nicht bekannt.

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