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09:13 24 Juli 2019
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    Verbannte Blumentöpfe und andere Kuriositäten im Vorfeld des G7-Gipfels

    © AFP 2019 / Philipp Guelland
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    G7-Gipfel 2015 in Bayern (23)
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    Das 41. Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen steht in den Startlöchern. Vom 7. bis 8. Juni soll es in einem gemütlichen 5-Sterne-Hotel, bekannt als Schloss Ilmenau, in den pittoresken Alpen gelegen, stattfinden.

    Die sonst so ruhige bayerische Gegend wurde anlässlich des Treffens in einen streng bewachten, wenn auch luxuriösen Hochsicherheitstrakt verwandelt. Die Sicherheit ist dabei nicht das Einzige, wobei die Bayern aus dem Vollen schöpften.

    Bei einem G7-Treffen ist alles möglich, um die eminenten Gäste zufrieden zu stellen, selbst illegaler Bau.

    Die Reichen und Wohlhabenden leben, wie uns manchmal vor Augen geführt wird, in einer Welt, in der alles möglich ist. Selbst Dinge, die durch das Gesetz ausdrücklich verboten sind. Das G7-Gipfeltreffen erweist sich als ein hervorragendes Beispiel dafür. Nehmen wir das Restaurant Elmauer Alm. Es wurde als geeignete Kulisse für das perfekte Foto der 7 mächtigsten Menschen der Welt ausgewählt.

    Ein schönes Bild wäre es gewesen, wenn der Hotelbesitzer sich nicht dazu entschlossen hätte, eine Erweiterung an das Restaurant anzubauen, ohne vor Jahren eine gesetzliche Genehmigung dafür einzuholen, wie Deutsche Welle berichtet.

    Nun sieht so aus, als ob die Staats- und Regierungsoberhäupter einen anderen Ort mit einer passenden Aussicht für ihr Familienfoto finden müssen.

    Doch es kommt noch dicker. Der Hotelbesitzer, Dietmar Müller-Elmau, verwandelte eine Wiese in einen Helikopter-Landeplatz und stellte dort ein riesiges Zelt auf, wobei er es vernachlässigte, eine Erlaubnis für das Zelt von den Garmisch-Partenkirchener Behörden einzuholen. Angeblich soll der Landeplatz gleich nach dem Ende des Gipfeltreffens demontiert werden.

    Die US-Soldaten sind vom G7-Gelände vertrieben… um sie vor unbewaffneten Aktivisten zu schützen

    G8-Gipfel in Nordirland
    © Sputnik / Alexei Nikolskij
    Den US-Militärs wurde verboten, München und Garmisch-Partenkirchen zu besuchen, wegen der Sorge, dass unbewaffnete G7-Aktivisten sie attackieren könnten. Diejenigen, die in Garmisch-Partenkirchen – einem der bei den Amerikanern beliebtesten Touristenorte Deutschlands – stationiert seien, würden angewiesen, keine Uniformen zu tragen und „laute Gespräche auf Englisch zu vermeiden“, wie Einheimische berichten.

    Schätzungen zufolge planen etwa 10 000 Aktivisten in Elmau Kundgebungen abzuhalten, um gegen die Politik der G7 – genannt werden dabei Rassismus, Militarisierung, Kriegshetze und Ausbeutung der Natur – zu protestieren.

    Nichts ist zu schade für die 48-stündige Schau der Eitelkeiten… sogar Bildbände für circa 300 000 Euro

    Horst Seehofer, Chef der bayerischen Landesregierung, hofft, die Teilnehmer des G7-Gipfels würden nicht nur angenehme Erinnerungen, sondern vielleicht auch ein Erfolgserlebnis von dem Treffen mit nach Hause nehmen. Diesem Zweck widmet er einen Bildband mit dem Titel „Bayern. Das Land im Herzen Europas“ über das deutsche Land, das das hochrangige Event ausrichtet.

    Bayern hat viel zu bieten: seine berühmte Küche und einen Top-Fußballclub, von seinen weltberühmten Autos ganz zu schweigen. Also sollte das Buch diesen Glanz wiedergeben – auf 248 Seiten und anhand seiner Kosten. Die örtlichen Behörden brachten 15 000 Exemplare davon heraus, zum stolzen Preis von ca. 300 000 Euro.

    Ohne Russland macht die G7 keinen Sinn

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, das bevorstehende Gipfeltreffen zum Anlass zu nehmen, den Anschluss der Krim an Russland zu diskutieren, den der Westen als illegal ansieht, trotz der Tatsache, dass nahezu 100% der Bewohner der Halbinsel dies so wollten.

    Andere Themen auf der Agenda werden erwartungsgemäß sein: die Ebola-Epidemie und das Aufkommen des Islamischen Staates – einer brutalen sunnitischen Gruppierung, die eine von den USA angeführte Koalition seit fast einem Jahr zu zerschlagen versucht.

    Die G7 setzt sich aus den Staats- und Regierungschefs Kanadas, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Japans, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten zusammen. Eine zweifelsohne mächtige Gruppe. Doch globale Herausforderungen zu diskutieren, davon, sie zu lösen, ganz zu schweigen, ist ohne Russland nicht möglich, möge der Westen auch denken und sagen, was er will.

    Im G7-Area sind keine Waffen erlaubt, auch nicht Holzhaufen und Blumentöpfe!

    Maßnahmen zur Sicherheitsvorsorge nehmen die Deutschen sehr ernst. Die örtlichen Behörden baten die Einwohner, alles zu entfernen, was von Anti-G7-Demonstranten als Projektil verwendet werden könnte, so auch beispielsweise Holzhaufen und Blumentöpfe, wie Deutsche Welle berichtet.

    Deutschland gab etwa 200 Millionen Euro für die Sicherheitsmaßnahmen aus, einschließlich eines 16-km-langen Zauns um das Hotel, um die Protestierenden von dem Gelände fernzuhalten.

    An die 19 000 Polizisten werden in der Gegend stationiert, um die G7-Zusammenkunft, die umliegenden Städte und die Grenze zu sichern. Die bayerische Polizei veröffentlichte sogar einige Bilder von patrouillierenden Polizeibeamten auf ihrem Twitter-Account.

    Beim nächsten Mal wäre es wohl ratsam, einen abgelegenen Ort auszusuchen, was zur Austeritätsphilosophie passen würde, von der Deutschland derart besessen ist.

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    Tags:
    Rassismus, G7, Angela Merkel, Dietmar Müller-Elmau, München, USA