01:02 23 November 2017
SNA Radio
    Wrackteile der MH17-Boeing

    Foto-Experte zu angeblichem MH17-Betrug: "Bellingcat betreibt Kaffeesatzleserei"

    © AP Photo/ Peter Dejong
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)
    2700316410

    Nach dem Vorwurf von Bellingcat, Russland habe Satelliten-Bilder zum MH17-Absturz gefälscht, attestiert der Hamburger Bildforensiker Jens Kriese der Recherchegruppe „Kaffeesatzleserei“. Laut dem Gründer des Bildarchivs IRISPIX nutzt Bellingcat subjektive Hobby-Methoden, die keinen Aufschluss darüber geben, ob die Bilder wirklich manipuliert wurden.

    Die sogenannten Error Level Analysen (ELA), auf die sich Bellingcat stütze, seien eine Hobby-Methode, die nicht streng wissenschaftlich und subjektiv sei, sagte Kriese in einem Gespräch mit Spiegel Online. Anders als Bellingcat behaupte, liefere die Error Level Analyse keine eindeutigen Ergebnisse. „Die Schlussfolgerung hängt immer vom Blickwinkel des Menschen ab, von seiner Interpretation.“

    Laut Bellingcat sollen die Metadaten der Bilder zeigen, dass die Wolken mit Adobe Photoshop hinzugefügt worden seien — laut Kriese eine „Fehlinterpretation“. „In Wahrheit beweist der Hinweis auf Photoshop in den Metadaten nichts“, so der Experte. „Mit irgendeinem Programm mussten die Russen das Satellitenbild ja für die Präsentation bearbeiten. Sie haben Rahmen und Textbausteine eingefügt, als Erklärungen für die Öffentlichkeit. Die identifizierten Artefakte können ihre Ursache darin haben — oder auch durch mehrfaches Abspeichern im JPG-Format entstanden sein.“

    Am Dienstag hatten Fachleute des russischen Rüstungskonzerns Almaz-Antey, des Herstellers von Buk-Raketen, über ihre Untersuchungen informiert, laut denen die malaysische Boeing mit fast 300 Menschen an Bord von dem von den Kiewer Streitkräften kontrollierten Territorium aus mit einer Boden-Luft-Rakete des Typs Buk abgeschossen wurde.

    Am Tag darauf veröffentlichte das russische Ermittlungskomitee den Namen ihres Hauptzeugen im MH17-Fall. Laut dem ehemaligen ukrainischen Luftwaffentechniker Jewgeni Agapow war ein ukrainischer Kampfjet des Typs Su-25 in die MH17-Katastrophe verwickelt. Die Behörde begründete die Offenlegung des Zeugen mit den zunehmenden Spekulationen um die Katastrophe.

    Themen:
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)

    Zum Thema:

    Russland appelliert an USA: Objektive Daten zu MH17-Absturz veröffentlichen
    Moskau zu MH17-Absturz: Merkwürdig, dass USA für Kiews Unschuld bürgen
    MH17-Absturz: Russland veröffentlicht Passkopie des Hauptzeugen
    MH17-Abschuss: Russland nennt den Namen seines Hauptzeugen
    Tags:
    Absturz, MH17, Su-25, Bellingcat, Almaz-Antey, ELA, Jewgeni Agapow, Jens Kriese, Russland, Ukraine
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren