00:27 16 Dezember 2017
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    Flüchtlinge aus der Ukraine

    Uno: Ukrainer aus Krisenregion fliehen massenhaft nach Weißrussland

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    Mehr als 100.000 Ukrainer sind wegen des im Donbass (Donezbecken) ausgebrochenen Konfliktes nach Weißrussland geflüchtet, wie der Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der UNO (UNHCR) in Weißrussland, Jean-Yves Bouchardy, mitteilte.

    Im Frühjahr 2014 hatte die ukrainische Staatsführung eine Militäroperation gegen die Bewohner des Donezbeckens im Osten der Ukraine begonnen, die mit dem Februar-Staatsstreich nicht einverstanden gewesen waren. UN-Angaben zufolge sind im Laufe des Konflikts bereits mehr als 6.500 Zivilisten ums Leben gekommen, weitere rund 2,2 Millionen haben das Land verlassen bzw. sind zu intern vertriebenen Personen geworden. 

    „Mehr als 100.000 Ukrainer haben in Weißrussland Unterkunft gefunden, wodurch die Bevölkerungszahl in Weißrussland um etwa ein Prozent gewachsen ist“, sagte der UNHCR-Vertreter am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Minsk. 

    Auf ukrainische Flüchtlinge entfallen die meisten Personen, die sich in Weißrussland um Asyl bewerben, unterstrich Bouchardy. Dabei fügte er hinzu, dass Weißrussland nach der Zahl der Flüchtlinge nach Russland das zweite Land unter den an die Ukraine angrenzenden Ländern ist und nach ihrer Zahl pro Kopf der Bevölkerung das erste.

    Der Leiter des Departements für Staatsbürgerschaft und Migration des Innenministeriums Weißrusslands, Alexej Begun, teilte mit, dass rund 20.000 ukrainische Notumsiedler im vorigen Jahr eine Arbeitsgenehmigung erhalten haben, während sich diese Kennziffer seit Jahresbeginn bereits auf mehr als 8.300 belaufe. 

    Dabei verwies er darauf, dass „Ukrainer nach wie vor (nach Weißrussland) kommen“. Hauptsächlich versuchen sie, eine Saisonbeschäftigung  zu finden. 

    Zuvor hatte der Präsident der Republik, Alexander Lukaschenko, erklärt, dass Weißrussland bereit sei, ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen Unterkunft bzw. Arbeit zur Verfügung zu stellen.  

    Später äußerte der Sprecher des Rates der Republik der Nationalversammlung Weißrusslands (Parlamentsoberhaus), Michail Mjasnikowitsch, seine Besorgtheit im Zusammenhang mit einem wachsenden Druck auf den Arbeitsmarkt in den an die Ukraine angrenzenden Gebieten des Landes, was auf immer mehr eintreffende Flüchtlinge aus der Ukraine zurückzuführen sei.

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    Tags:
    Migranten, Asyl, Uno, Michail Mjasnikowitsch, Jean-Yves Bouchardy, Alexej Begun, Alexander Lukaschenko, Russland, Ukraine, Donbass, Weißrussland