10:42 07 Dezember 2019
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    Wegen Spionage: Zwei Südkoreaner zu lebenslanger Haft in Nordkorea verurteilt

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    Das Oberste Gericht Nordkoreas hat zwei südkoreanische Staatsbürger wegen Spionage für die USA und Südkorea zu lebenslanger Haft verurteilt. Das berichtet der zentrale nordkoreanische Rundfunk am Dienstag. Wie bereits zuvor bekannt wurde, haben Kim Guk Gi und Choe Chun Gil gestanden, für Geheimdienste der Gegner Nordkoreas zu arbeiten.

    „Kim Guk Gi und Choe Chun Gil wurden zu lebenslanger Haft verurteilt“, so die Nachrichtenagentur Yonhap. Das Urteil wurde vom Obersten Gericht Nordkoreas auf Grundlage der Paragrafen 60 (Verschwörung), 64 (Spionage), 65 (Zersetzung) sowie 122 (illegale Einreise) gefällt.

    Zuvor hatte die Regierung Südkoreas gefordert, ihre in Nordkorea festgehaltenen Staatsbürger freizulassen, darunter die beiden Angeklagten. Die Forderung blieb jedoch ohne Antwort.

    Ende März wurden die beiden Verurteilten in Pjöngjang in einer Pressekonferenz vorgestellt.

    Kim Guk Gi wurde 1954 geboren und soll von den USA und von Südkorea als Agent angeworben worden sein. Rund zehn Jahre lang soll er unter dem Decknamen Sin Song Guk in der chinesischen Stadt Dandong, die an Nordkorea grenzt, spioniert haben. Ihm wird zur Last gelegt, eine Untergrundkirche aufgebaut zu haben, mit deren Hilfe Propaganda in Nordkorea verbreitet werden sollte.

    Wie bei der Pressekonferenz weiter mitgeteilt wurde, sammelte und übergab er 2009 geheime Informationen über eine Eisenbahnstation, die der ehemalige nordkoreanische Staatschef Kim Jong-il während seiner Reise nach China passiert hatte. Außerdem machte er Aufnahmen und bekam mehrere zehntausend US-Dollar dafür. Auch soll er einen Spionagering geschaffen haben, der aus Personen besteht, die von China nach Nordkorea reisen.

    Allein in Dandong gebe es bis 30 Spionage-Stützpunkte, die unter dem Deckmantel von Restaurants, Läden, Hotels und sogar Krankenhäusern gegen Nordkorea arbeiten, hieß es weiter.

    Choe Chun Gil arbeitete ebenfalls in Dandong. Er soll die von Agenten in Nordkorea gelieferten Fotos militärischer Objekte und Technik an die südkoreanischen Sicherheitsdienste übergeben haben. Auch Bodenproben von Militärgeländen rund um die Ortschaft Nyŏngbyŏn – dort steht ein experimenteller Atomreaktor – soll er weitergeleitet haben. Bei einer weiteren Operation soll er Uniformen und andere militärische Ausrüstung der Koreanischen Volksarmee nach Südkorea geschickt haben, um das Einschleusen von Agenten aus Süd- nach Nordkorea vorzubereiten.

    Details zur Festnahme der beiden südkoreanischen Staatsbürger wurden nicht bekannt.

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    Tags:
    Festnahme, Geheimdienst, Spionage, Yonhap, Choe Chun Gil, Kim Guk Gi, China, USA, Südkorea, Nordkorea