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08:22 24 Juli 2019
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    Viktor Janukowitsch

    Wegzensiert: Janukowitschs Sträuße sind für BBC wichtiger als Krim-Referendum

    © Sputnik / Alexei Kudenko
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    BBC hat aus dem Interview mit Viktor Janukowitsch Äußerungen über das Krim-Referendum und Maidan herausgeschnitten, weil diese aus der Sicht des britischen Senders unwichtig sind. Dagegen wurde der Abschnitt, wo der 2014 gestürzte ukrainische Staatschef über Sträuße und andere Tiere in seiner Residenz spricht, in voller Länge ausgestrahlt.

    „Bei dem Film, der auf Newsnight ausgestrahlt wurde, handelt es sich um eine bearbeitete Fassung des langen Interviews“, so BBC auf Anfrage der Nachrichtenagentur RIA Novosti. Für diese gekürzte Fassung seien jene Äußerungen Janukowitschs gewählt worden, die einen besonderen nachrichtlichen Wert hätten, begründete der Sender seine Entscheidung.

    In der englischsprachigen Interview-Fassung bezeichnete Janukowitsch den Austritt der Krim aus der Ukraine als eine „Tragödie“, zu der es nicht gekommen wäre, wäre er in seinem Amt geblieben. „Das, was geschehen ist, ist sehr schlimm. Jetzt muss man nach einem Ausweg aus dieser Situation suchen… Jetzt ist ein Krieg im Gange. Man redet davon, dass man die Krim zurückholen will. Aber wie? Mit einem Krieg? Brauchen wir denn noch einen Krieg?“

    In der russischsprachigen Version hieß es dann weiter: „Das Wichtigste: Das Volk der Krim, 90 Prozent der Bevölkerung, hat für den Austritt aus der Ukraine gestimmt. Ich glaube, das ist sehr schlecht. Dies ist aber eine Folge davon, was der Maidan getan hat. Dies ist eine Folge der radikalen nationalistischen Bewegung, die der Krim-Bevölkerung, die ja traditionell prorussisch war, Angst gemacht hat.“

    Die Schwarzmeerhalbinsel Krim war im März vergangenen Jahres — nach rund 23 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Nach Behördenangaben stimmten 96,77 Prozent für die Wiedervereinigung mit Russland, die Wahlbeteiligung lag bei 83,1 Prozent. Der Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in der Ukraine, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte.

    Die von Russischstämmigen dominierte Krim hat den Umsturz nicht anerkannt. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim weiter als ukrainisches Gebiet. Auch die USA und deren Verbündeten, die die neue Führung in Kiew unterstützen, haben die Wiedervereinigung der Insel mit Russland nicht anerkannt.

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    Tags:
    Interview, Krim-Referendum, BBC, Viktor Janukowitsch, USA, Ukraine, Krim