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06:49 24 Oktober 2019
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    Hackerangriff

    Hacker wegen Ausspähung von Kreml-Kritiker in Deutschland vor Gericht

    © REUTERS / Kacper Pempel/Files
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    Die Hauptverhandlung im Verfahren gegen Sergej Maximow, der von der Staatsanwaltschaft Bonn des Ausspähens von Daten des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny beschuldigt wird, hat am Mittwoch vor dem Bonner Landgericht begonnen.

    Die Hauptverhandlung hat begonnen. Dem Hacker drohe eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Gefängnis. Die Anhörung soll zwei Tage dauern, der Richter kann das Verfahren bei Bedarf jedoch verlängern, meldet RIA Novosti vor Ort.

    Früheren Medienberichten zufolge ist der 41-jährige Angeklagte ein deutscher Staatsbürger russischer Herkunft. Sergej Maximow, der sich selbst „Hacker Hell“ nennt, hört gern Metal und Punk und spielte früher in einer Eishockey-Mannschaft.

    Er sei seit Mitte der 1990er Jahre als Hacker tätig und in mehr als 100 Blogs und E-Mail-Konten eingebrochen, unter anderem auch in das Postfach des russischen Regierungskritikers, Bloggers und Gründers des „Fonds zur Korruptionsbekämpfung“, Alexej Nawalny.

    Dies habe er aber, wie der Angeklagte damals einräumte, nicht aus politischen Gründen getan, sondern weil dieser „ein Gauner, Lügner und Dieb“ sei. 2012 veröffentlichte er Teile des Mail-Verkehrs Nawalnys mit dem Gouverneur des Gebietes Kirow, Nikita Belych, was zur Wiedereröffnung eines Anti-Korruptionsverfahrens gegen die beiden führte.

    Im Blog von Nawalny wird berichtet, dass der Oppositionelle und seine Mitstreiter sich damals an die Polizei wendeten. Die Staatsanwaltschaft Bonn klagte Maximow wegen Ausspähens von Daten an und ließ auch seine Wohnung durchsuchen.

    Vor einer Woche erschien auf einem Blog im Twitter, der dem Hacker „Hell" gehören soll, eine Nachricht, in der der Account-Inhaber behauptet, dass er und Maximow verschiedene Personen sind. Dabei leugne "Hacker Hell" seine Bekanntschaft mit Maximow nicht, der angeblich schon im Jahr 2013 mit ihm kontaktiert und von der Anklage seitens der deutschen Staatsanwaltschaft erzählt habe.

    Nawalny war vor einigen Jahren durch seine Korruptions-Enthüllungen bekannt geworden. Bei der Moskauer Bürgermeisterwahl im September 2013 war der damals 37-Jährige mit 27 Prozent der Stimmen überraschend Zweitplatzierter hinter dem vom Kreml unterstützten Amtsinhaber Sergej Sobjanin geworden.

    Gegen Nawalny gab es mehrere Ermittlungsverfahren. Am bekanntesten war der Prozess wegen Geldunterschlagung im Unternehmen Kirowles, bei dem Nawalny zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt worden war. Im Dezember 2014 folgte ein weiterer Prozess, in dem Nawalny wegen Diebstahl und Betrug der französischen Kosmetikfirma Yves Rocher zu einer weiteren, dreieinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

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    Tags:
    Opposition, Gericht, Korruption, Medien, Sergej Sobjanin, Alexej Nawalny, Deutschland, Moskau