04:42 23 November 2017
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    Beschuss in Donezk: Kläranlage zerstört - halbe Million Einwohner ohne Wasser

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    Wegen des Beschusses der Kläranlage im ostukrainischen Donezk sind in der Nacht auf den 28. Juni knapp eine halbe Million Einwohner der Region ohne Trinkwasser geblieben, wie der Pressedienst des örtlichen Wasserversorgungsunternehmens am Dienstag berichtet.

    „Die Station ist die einzige Quelle der Wasserversorgung in den Donezker Stadtbezirken Kuibyschewski, Kirowski, Petrowski und Leninski, in den Ortschaften Awdejewka und  Jassinowataja sowie im gleichnamigen Kreis“, hieß es beim Pressedienst.     

    Nach Angaben des Unternehmens sind nahezu 20 Geschosse auf das Gelände der Kläranlage abgefeuert worden. Beschädigt seien  unter anderem Starkstromleitungen, zwei Deckplatten, ein Teil des Daches sowie drei Sektionen der Schutzeinrichtung. In dem Gebäude, in dem sich die Filter befinden, seien zwei Deckplatten zerstört worden.

    Seit Ausbruch des bewaffneten Konfliktes im Donbass wurde die Kläranlage mehrmals beschossen. „In diesem Zeitraum wurden praktisch alle  Einrichtungen beschädigt“, sagte der Pressedienst. Das technische Personal, das hauptsächlich aus Frauen bestehe, sei wegen des andauernden  Beschusses gezwungen, sich täglich in einem Schutzraum zu verschanzen.

    Im April 2014 hatte die ukrainische Staatsführung eine militärische Operation gegen die Bewohner des Donezbeckens im Osten der Ukraine begonnen, die mit dem Februar-Staatsstreich nicht einverstanden gewesen waren. UN-Angaben zufolge sind im Laufe des Konfliktes mehr als 6.500 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Die Regelung der Situation im Donbass wird unter anderem bei Treffen der Kontaktgruppe in Minsk besprochen, die seit September des vorigen Jahres bereits drei Dokumente zur Beilegung des Konflikts angenommen hat.

    Am 3. Juni nahmen die ukrainischen Sicherheitskräfte die Angriffe entlang der ganzen Frontlinie wieder auf, womit der Waffenstillstand offen verletzt wurde. Unter Beschuss stehen mehrere Städte.

    Der Generalstab der Ukraine gab zu, die Sicherheitskräfte des Landes hätten schwere Artillerie, die laut den Minsker Vereinbarungen eigentlich ins Hinterland abgezogen werden sollten, gegen die Volkswehr bei Donezk eingesetzt.

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    Waffen, Donbass, Ukraine, Donezk
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