03:15 16 Dezember 2019
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    Russische Soldaten

    Fast 90 Prozent der Russen glauben an Stärke ihrer Armee

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    Die meisten Russen verlassen sich auf ihre Armee. Fast 90 Prozent zweifeln nicht daran, dass die Streitkräfte im Kriegsfall das Land und die Bevölkerung schützen werden, wie eine Studie zeigt.

    Wie das in Moskau ansässige Meinungsforschungsinstitut Wziom am Donnerstag mitteilte, schätzen die Russen die Kampfbereitschaft der Armee sehr hoch ein. „Die überwältigende Mehrheit (86 Prozent) ist überzeugt: Im Fall einer militärischen Bedrohung wird uns die Armee schützen können. Nur jeder Zehnte ist der gegenteiligen Meinung – 2013 waren es noch 25 Prozent gewesen.“

    Auch der Wehrdienst gewinnt vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Westen in Russland an Popularität. Der Anteil jener, die ihre nächsten Familienangehörigen als Soldaten sehen möchten, erreichte mit 59 Prozent eine einmalige Spitze. Etwa 34 Prozent wollen nicht, dass ihre nächsten Verwandten eine militärische Karriere machen.

    Etwa 39 Prozent der Befragten gaben an, stolz auf ihre Armee zu sein. Weitere 40 Prozent haben Respekt. Nur vier Prozent sind skeptisch beziehungsweise kritisch eingestellt.

    „Die meisten Russen sehen den Zweck der Armee im Schutz vor äußeren Gefahren. Etwa 34 Prozent glauben, dass die Armee keinerlei Einfluss auf andere Bereiche hat.“ Jeder fünfte glaubt dagegen, dass die Armee neben ihrer Verteidigungsfunktion auch „einen bestimmten Einfluss auf die Gesellschaft ausübt.“

    Nach Ansicht von  59 Prozent funktioniert die Armee zudem als sozialer Fahrstuhl, indem sie Aufstiegschancen bietet. Etwa 15 Prozent sehen den Militärdienst hingegen als Hindernis für eine Karriere. Wziom hat in diesem Jahr 1600 Menschen in 130 russischen Ortschaften von 46 russischen Regionen befragt.

    Einst Ruhm und Stolz der Sowjetunion haben die russischen Streitkräfte in den 1990er Jahren deutlich an Ansehen verloren. Vor allem die brutale Drangsalierung durch Dienstältere ("Dedowschtschina") schreckt Grundwehrdienstpflichtige ab. Die systematischen Schikanen an Rekruten, die bei der russischen Armee noch immer sehr verbreitet sind, sind eine der Ursachen für Selbstmorde unter den jungen Soldaten.

    Obwohl die Grundwehrdienst-Dauer 2008 um die Hälfte auf zwölf Monate verringert worden ist, war der Militärdienst in den Folgejahren unpopulär unter den jungen Leuten, wie Generalstabschef Nikolai Makarow im Februar 2010 eingestanden hatte.

    Anlass für die aktuelle Wziom-Studie ist die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Staaten vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise, die eine gegenseitige Aufrüstung zur Folge hatte.

    So haben die USA und die Nato in den vergangenen Monaten ihre militärischen Aktivitäten in Osteuropa deutlich verstärkt. In der vergangenen Woche  kündigte Pentagon-Chef Ashton Carter an, dass die USA in mehreren europäischen Staaten, darunter auch in Deutschland, 250 Kampfpanzer aufstellen würden. Laut dem amerikanischen Nato-Botschafter Douglas Lute soll eine Brigade mit insgesamt mehr als eintausend Kampffahrzeugen verschiedenen Typs nach Europa geschickt werden.

    Russland kündigte an, seine Westgrenzen mit zusätzlichen Flugabwehr-Raketen zu schützen. Auch drohte Moskau mit Aufstellung von Interkontinentalraketen und einer Truppenverstärkung in der Ostsee-Exklave Kaliningrad.

    Sergej Pirogow

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    Tags:
    Armee, Ashton Carter, Deutschland, USA, Russland, Ukraine