05:23 15 August 2020
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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Knapp ein Jahr nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine haben die niederländischen Ermittler ihren vorläufigen Bericht zu den Ursachen der Katastrophe mit 298 Toten den beteiligten Ländern vorgelegt. Nach Angaben der russischen Luftfahrtbehörde enthält der noch geheime Bericht mehr Fragen als Antworten.

    MH17-Absturz
    © Sputnik / Mikhail Voskresensky
    Der Untersuchungsrat für Sicherheit in Den Haag hat am Mittwoch den Entwurf den an den Ermittlungen beteiligten Staaten (Niederlande, Malaysia, USA, Russland, Großbritannien, Australien) vorgelegt. Diese haben laut den Normen der Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) 60 Tage Zeit, um das Papier zu kommentieren.

    „Wir haben den Entwurf des endgültigen Berichts erhalten“, bestätigte Oleg Stortschewoj, Vizechef der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija, am Donnerstag. „Ich kann nur eins sagen: Da gibt es mehr Fragen als Antworten.“  Die russischen Experten haben „eine ganze Reihe wichtiger Bemerkungen“ zu der Argumentation, auf die sich der Bericht stützt, und zu den technischen Daten.

    „Wir fassen sie jetzt zusammen und werden sie in den nächsten Tagen an die Niederlande schicken. Wir hoffen, dass unsere Ergänzungen und Kommentare im Endbericht ihren Niederschlag finden werden und dass unsere Fragen beantwortet werden“. Laut Stortschewoj hat Russland – anders als in den ICAO-Normen vorgesehen – nicht 60, sondern nur 30 Tage, um seine Kommentare abzugeben.

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    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli vergangenen Jahres im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner erbitterte Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

    Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Im September veröffentlichten sie einen Zwischenbericht zu der Katastrophe. Darin hieß es, dass die Passagiermaschine der Malaysia Airlines „von einer Vielzahl hochenergetischer Objekte" getroffen worden und in der Luft auseinandergebrochen sei. Konkrete Schuldzuweisungen enthielt der Zwischenbericht nicht.

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    Tags:
    MH17, ICAO, Oleg Stortschewoj, USA, Russland, Ukraine, Malaysia, Australien, Niederlande, Großbritannien