13:33 22 November 2019
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    Wikileaks-Enthüllungen: „Netzüberwachung auch bei Freunden “ – IT-Experte

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    Den jüngsten Wikileaks-Enthüllungen zufolge soll der US-Geheimdienst nicht nur die Kanzlerin, sondern jahrelang weite Teile der Regierung ausgespäht haben. IT-Experte und Autor zahlreicher Bücher zu Online-Themen, Thomas R. Köhler, zeigt sich über den neuen Skandal wenig überrascht, wundert sich aber über das Ausbleiben gründlicher Ermittlungen.

    „Es ist keine Überraschung, dass Frankreich genauso betroffen ist wie Deutschland oder andere Länder. Es ist die ureigenste Aufgabe eines Geheimdienstes, die eigene Regierung darüber zu informieren, was fremde Regierungen – auch wenn man sie als befreundet bezeichnet – vorhaben. Das einzige, was sich gegenüber früher verändert hat, sind die technischen Mittel. Es ist nun viel einfacher zuzugreifen, ohne vor Ort jemand einschleusen zu müssen. Allein unsere universelle Vernetzung sorgt dafür, dass man an der richtigen Schaltstelle auch die richtigen Informationen abgreifen kann“, sagt Thomas R. Köhler.

    Der IT-Experte wundert sich jedoch darüber, dass man die Ermittlungen nach der ersten berechtigten Empörung schnell zu den Akten gelegt hat. Denn es müsste jedem aus der Sicherheitsbranche und auch den „hervorragenden Beratern der Regierung Merkel“ klar gewesen sein, dass das Thema komplett aufgearbeitet werden sollte, damit es nicht zurückkäme, so der Autor des Buches „Vernetzt, verwanzt, verloren“.

    Die universelle Vernetzung der Welt bringe viele wirtschaftliche Vorteile und sei ein ganz wichtiges Werkzeug, um Verbrechen aufzuklären.  Richtig eingesetzt, helfe sie, terroristische Strukturen zu erkennen, noch bevor ein Anschlag passiert. Mit diesem ultimativen Ziel werde auch die Überwachung bei der NSA und anderen Geheimdiensten begründet.  Die Mittel sollten aber richtig eingesetzt werden. Dazu gehöre eine vernünftige Geheimdienstkontrolle und eine klare Erläuterung, wozu diese Überwachung in der Praxis gut sei, so der deutsche IT-Experte.

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    Tags:
    NSA, WikiLeaks, Thomas R. Köhler, Angela Merkel, Deutschland, Frankreich