20:29 03 August 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    61088
    Abonnieren

    Der polnische Nationalrat für Hörfunk und Fernsehen hat beschlossen, die Sendelizenz der örtlichen Rundfunkanstalt „Radio Hobby“, die Sendungen der polnischen Redaktion der Rundfunkanstalt „Sputnik“ weiterleitet, zu annullieren.

    „Im Ergebnis einer Analyse der Unterlagen ist der Nationalrat für Rundfunk und Fernsehen zu dem Schluss gekommen, dass Radio Hobby die Vorschriften des Gesetzes über Fernseh- und Rundfunksendungen verletzt hat. Die Lizenzrechte sind nicht übertragbar und die Lizenz selbst kann nicht Gegenstand von Handelsgeschäften sein“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Nationalrates für Hörfunk und Fernsehen Polens.

    „Infolge einer Vereinbarung mit einer dritten Person hat der Besitzer des Programms über die ihm mit der Lizenz gewährten Rechte teilweise verfügt und den Einfluss auf den Inhalt und die Weise der Informationspräsentierung in der ausgestrahlten Sendung verloren“, heißt es weiter in dem Dokument.

    „Radio Hobby“ sendet Programme der Rundfunkanstalt „Sputnik“ von 21.00 Uhr bis 22.00 Uhr (MEZ) auf Grundlage eines Vertrages, der vor drei Jahren mit dem Rundfunksender „Stimme Russlands“ abgeschlossen wurde.

    Margarita Simonjan, Chefredakteurin der Internationalen Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“, der die Rundfunkanstalt „Sputnik“ angehört, ist nach eigenen Worten über diese Entscheidung nicht überrascht.

    „Polen hat leider nicht überrascht. Sehr schade, dass Menschen, die Rundfunksender wegen der Übermittlung einer anderen Meinung schließen, weiter glauben, dass sie in einer Demokratie leben“, äußerte Simonjan.

    Tomasz Brzezinski, Direktor von Radio Hobby, äußerte seinerseits, dass die polnischen Behörden seit dem Abschluss des Vertrages mit dem russischen Rundfunksender keine Einwendungen gegen die Weitersendung gehabt hätten.

    „Vor dem Ukraine-Konflikt waren diese Sendungen für niemanden ein Problem gewesen. Wir beeinflussen die Sendungen nicht, wir senden nur den Stoff, den wir eine Stunde vor der Ausstrahlung bekommen und uns zuerst anhören. Wenn es dort Aufrufe zu einem Staatsstreich in Polen geben würde, würden wir das nicht senden. Wir sind keine russischen Spione“, sagte Brzezinski.

    Nach seinen Worten sendet die Rundfunkanstalt „Sputnik“ in polnischer Sprache nicht nur politische Informationen, die in Warschau als russische Propaganda betrachtet werden, sondern auch Wissenschafts-, Kultur-, und Kunstnachrichten, sowie Beiträge über das Russland von heute.

    „Das ist ein politisches Spiel. Jemand, der die Redaktion als russische Spione bezeichnet, profitiert davon“, fügte Brzezinski hinzu.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Wegen RT-Deutsch-Sendung: Landesmedienanstalt ermittelt gegen Thüringer Lokalsender
    BBG Watch: VOA verliert gegen RT in Sozialnetzwerken und auf YouTube
    RT-Chefredakteurin: Keine Verstärkung Washingtons durch mehr Geld für Medien
    RT startet Sendungen über Foxtel-Kabelnetze in Australien
    Tags:
    Medien, Rossiya Segodnya, Radio Hobby, Sputnik, Tomasz Brzezinski, Margarita Simonjan, Polen