00:06 21 November 2017
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    Russische Forscher entwickeln Kamera-Kapseln für Darmspiegelung

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    Mit dem einzigartigen, weltweit seinesgleichen suchenden „Landysch“-Gerät soll Ende dieses Jahres im russischen Lesnoy (Gebiet Swerdlowsk) die Produktion von “smarten” Kapseln für die Darmspiegelung begonnen werden.

    Die Produktion soll den Bedarf der russischen Medizin an diesem High-Tech-Erzeugnis decken, schreibt die Wochenzeitschrift der Russischen Akademie der Wissenschaften „Poisk".

    Russische Forscher entwickeln Kamera-Kapseln für Darmspiegelung
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    Russische Forscher entwickeln Kamera-Kapseln für Darmspiegelung

    „Landysch“ wurde von der Nationalen Universität für Nuklearforschung (MEPhi) entwickelt und umfasst eine winzige Kapsel für einmalige Nutzung mit einem Netzteil und einer farbgebenden Videokamera sowie einen kompakten Sender, der am Gürtel des Patienten angebracht wird. Dazu gehört auch eine Software, mit der die von der Kapsel „gesammelten“ Daten ausgewertet werden. Die Kapsel passiert den kompletten Magen-Darm-Kanal innerhalb von acht Stunden. Die Kapseln werden von Elektrpochimpribor, einer Tochterfirma  der russischen Atomholding Rosatom, in Lesnoy hergestellt.

    „In Lesnoy wird voraussichtlich zum Jahresende eine multifunktionale Produktionsstätte eröffnet“, sagte der stellvertretende Leiter des „MEPhI“-Engineering-Zentrums, Konstantin Meschankow.

    Ihm zufolge wird der Bau der Produktionsstätte von der Staatsholding Rosatom finanziert, die mit neuen forschungsintensiven Produktionen neue Arbeitsplätze schaffen will.

    "Sobald die klinischen Tests des Gerätes abgeschlossen sind, werden in Lesnoy bis zu 300 000 Kapseln pro Jahr hergestellt. Nach unseren Kalkulationen wird dies den Bedarf des Landes decken“, sagte Meschankow.

    Er hob hervor, dass die Funktionalität der Kapseln noch erweitert und die Qualität der Untersuchungen im Magen- und Darmbereich verbessert werden könne.

    "Sollte ein Arzt nicht tagelang Videos von jedem einzelnen Patienten ansehen können, haben wir dafür die entsprechende Software entwickelt, die Schäden im Verdauungstrakt automatisch erkennt. Dem Arzt wird signalisiert, auf welche Problemzone er genauer schauen sollte“, so Meschankow.

    "Im Vergleich zur japanischen und israelischen Analoga kann unsere Software auf jedem Computer installiert werden. Im Ausland muss neben der Kapsel auch ein leistungsstarker spezieller Computer erworben werden. Unter dem Strich ist das sehr kostspielig", sagte der Vizechef des „MEPhI“-Engineering-Zentrums.

    Das russische Erzeugnis soll deutlich billiger als ausländische Analoga sein. Technologisch sei „Landysch“ jetzt bereits besser als ausländische Analoga, betonte Meschankow. Zukünftig sollen in Lesnoy auch magnetische Kapseln entwickelt werden, die Medikamente enthalten.

    "Das ‚MEPhI‘-Engineering-Zentrum dient Rosatom als Ideengeber für Neuheiten. So können die jungen Leute in der Provinz, also qualifizierte Fachkräfte — unsere Absolventen vor der Abwanderung abgehalten werden.“ Derzeit gebe es in Russland eine Menge an aussichtsreichen Entwicklungen, die weltweit ihresgleichen suchen, sagte Meschankow abschließend.

    Tags:
    Darmspiegelung, Nationale Universität für Nuklearforschung (MEPhi), Russische Akademie der Wissenschaften „Poisk", Rosatom, Konstantin Meschankow, Russland, Swerdlowsk
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