06:30 16 Juni 2019
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    Absturz der Boeing 777 der Malaysia Airlines

    Jahrestag von MH17-Absturz: Donbass gedenkt der Opfer

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    Am Absturzort der malaysischen Boeing MH17 im Donbass (Donezbecken) wird am Freitag der Opfer des Flugzeugunglücks gedacht.

    „Am Jahrestag der Tragödie wird an der Unglückstelle eine Totenmesse zelebriert und an dem Ort, wo das größte Wrackteil gefunden wurde, haben wir vor, einen Gedenkstein aufzustellen“, teilte die Verwaltung der selbsterklärten Volksrepublik Donezk RIA Novosti mit.

    Außerdem plant die Gesellschaftsorganisation „Donezker Republik“ der Opfer der Flugzeugkatastrophe zu gedenken.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli vergangenen Jahres im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben.

    Weiterlesen: Malaysische Boeing über Ukraine abgestürzt

    In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

    Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Im September veröffentlichten sie einen Zwischenbericht zu der Katastrophe. Darin hieß es, dass die Passagiermaschine der Malaysia Airlines „von einer Vielzahl hochenergetischer Objekte" getroffen worden und in der Luft auseinandergebrochen sei. Konkrete Schuldzuweisungen enthielt der Zwischenbericht nicht.

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass die Ermittler bis Oktober 2015 einen endgültigen Bericht zu den Ursachen des Absturzes präsentieren wollen. Dem vom Sicherheitsrat der Niederlande geleiteten Ermittlungsteam gehören Vertreter der Ukraine, Malaysias, Australiens, Russlands, der USA und Großbritanniens an.

    Malaysia hatte am Dienstag im Weltsicherheitsrat einen Resolutionsentwurf über die Bildung eines Tribunals zur Beschleunigung der Ermittlung der Ursachen des Absturzes der malaysischen Boeing im ostukrainischen Gebiet Donezk und zur Gewährleistung der Gerechtigkeit für die Opfer des Unglücks eingebracht. 

    Die selbsterklärte Volksrepublik Donezk hält die Bildung eines Tribunals für einen weiteren politischen Schritt.

    Laut Russlands Außenministerium ist die Einrichtung eines internationalen Tribunals kein adäquater Mechanismus, um die Schuldigen an dieser Tragödie zur Verantwortung heranzuziehen.

    „Allein die Fragestellung nach der Einrichtung eines internationalen Tribunals zur MH-17-Katastrophe ist verfrüht und kontraproduktiv“, hatte das russische Außenamt am Dienstag erklärt.

    Moskau rufe auf, in den rechtlichen Rahmen der Resolution 2166 des UN-Sicherheitsrats zurückzukehren, die eine allseitige, unabhängige und eingehende internationale Ermittlung des Absturzes vorsieht.

    Die Resolution sei die einzige akzeptable Grundlage für die Zusammenarbeit der Völkergemeinschaft bei der Klärung der Ursachen des Absturzes der malaysischen Maschine, hieß es.

    Russlands Außenamt äußerte Bedauern angesichts der Tatsache, dass der russische Vorschlag blockiert wurde, die internationale Ermittlung möglichst transparent zu machen und die Möglichkeiten des UN-Sicherheitsrats dazu aktiv zu nutzen.

    Die Idee, ein internationales Tribunal ins Leben zu rufen, wollen jene Länder durchsetzen, die daran interessiert seien. Der Resolutionsentwurf zur Einrichtung des internationalen Tribunals lasse viele Auslegungen zu, so der Menschenrechtsbeauftragte beim russischen Außenministerium, Konstantin Dolgow. „Das ist ein sehr weit reichendes Dokument.“

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    MH17, Flugzeugabsturz, Donezk, Russland, Ukraine