SNA Radio
    Flüchtlinge protestieren am Brandenburger Tor

    Google löscht Karte mit deutschen Flüchtlingsheimen wegen Ausländerhass

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Panorama
    Zum Kurzlink
    4838

    Google hat eine umstrittene Landkarte, die Asylunterkünfte in Deutschland zeigt, gelöscht, wie der „Spiegel“ am Freitag schreibt.

    „Wann immer Inhalte illegal sind, entfernen wir sie von unseren Produkten. So verfahren wir auch mit Inhalten, die gegen unsere Richtlinien und Nutzungsbedingungen verstoßen, wozu auch das Zufügen von Schaden sowie die Förderung von Hass gehören“, sagte die Google-Sprecherin Lena Heuermann dem „Spiegel“ in Bezug auf den Beschluss des Unternehmens.

    Die Karte war mit dem Google-Dienst „My Maps“ erarbeitet worden. Mithilfe des Dienstes können Nutzer ihre eigenen Karten in der Optik von Google Maps erstellen und teilen. Auf dieser Karte sind die Flüchtlingsunterkünfte mit ihrem Standort, Postanschrift und Telefonnummer verzeichnet. Sie enthielt auch Informationen über die Zahl der Asylbewerber in den speziellen Asylunterkünften.

    Der Titel der Karte lautete: "Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft", was die Aufmerksamkeit von Nutzern auf sich gezogen hatte. Es stellte sich heraus, dass sie von Vertretern der rechtsextremen Organisation "Der dritte Weg" erstmals verlinkt wurde. Diese neonazistische Partei existiert erst seit eineinhalb Jahren, aber sie wird bereits als bedeutende Neonazi-Organisation in Bayern bezeichnet. "Der dritte Weg" beruhe ideologisch „auf dem Gedankengut der nationalsozialistischen Partei NSDAP", berichtet die Tageszeitung „Nordbayerische Kurier“.

    In diesem Zusammenhang haben Blogger, Nutzer und linke Aktivsten Google um die Löschung der sozusagen „braunen Karte“ gebeten. Nach ihren Worten erhält sie Informationen, die zu Hass aufrufen. Jetzt wurde diese Bitte erfüllt.

    Jedoch behaupten die Organisatoren der Kampagne mit dem Slogan „Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft“, dass sie den grundsätzlichen Anspruch auf Asyl bejahen. Dabei lehnen sie Asylmissbrauch kategorisch ab, berichtet der „Tagesspiegel“.

    Einige Nutzer halten das Löschen der Karte für konterproduktiv.

    „Das ist doch lächerlich. Schließlich ist doch eh bekannt, wo die Heime stehen“, schrieb ein Nutzer.

    Laut "Tagesschau" hat es im vergangenen Jahr 162 rechtsextrem motivierte Angriffe auf Flüchtlingsheime gegeben. Das sind fast dreimal so viele wie 2013. Bundesinnenminister Thomas de Maizière gab Ende Juni bekannt, dass es im ersten Halbjahr 2015 etwa 150 Fälle gegeben hatte, die mit Ausländerhass verbunden waren. Die deutschen Flüchtlingsheime werden in letzter Zeit immer öfter beschädigt, unter anderem in Meißen, Tröglitz, Hoyerswerda und Solingen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Vorschlag der EU-Kommission: Tausende Euro für jeden Flüchtling - Quelle
    Migranten in Deutschland: Ein Gewinn, der Probleme bereitet
    Flüchtlinge: Europäer wollen entschiedene Grenzen setzen
    Orban droht mit Schließung ungarischer Grenzen für Flüchtlinge
    Tags:
    Migranten, Neofaschismus, Asyl, NSDAP, Google, Thomas de Maizière, Lena Heuermann, Solingen, Hoyerswerda, Tröglitz, Meißen, Deutschland