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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Die Ermittlergruppe zum Absturz der Boeing MH17 vor einem Jahr über der Ostukraine prüft derzeit mehrere Versionen des Unglücks. „Der Einsatz einer Luft-Luft-Rakete kann zu diesem Zeitpunkt nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden“, sagte der Chefermittler Fred Westerbeke in einem Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“ (Freitag).

    Zum zweiten wahrscheinlichen Szenario zählte der niederländische Staatsanwalt den Abschuss des Passagierjets durch eine Rakete vom Typ Buk. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von wo aus diese Buk-Rakete abgeschossen wurde. Diese Untersuchung ist auch noch im Gange. Es ist ziemlich schwer, das herauszufinden“, sagte er.

    „Die exakte Flugbahn und den Einschlag einer Rakete zu bestimmen, ist eine sehr komplexe forensische Arbeit. Das ist auch Teil der Ermittlungen, die immer noch im Sicherheitsrat (der Niederlande – Anm. der Redaktion) laufen. Sie schauen sich das Schadensmuster an der Nase des Flugzeugs an. Wir arbeiten daran und verwenden auch den Bericht, den die Russen veröffentlicht haben. Wir vergleichen ihn mit unseren anderen Beweisen. Aber wir haben uns noch keine abschließende Meinung gemacht“, fuhr der Anwalt fort.

    „Wenn die Ermittlungen so weitergehen wie jetzt, können wir Ende dieses Jahres ein paar Erkenntnisse präsentieren. Ob wir dann bereits die Verhaftung von bestimmten Verdächtigen anordnen können oder bereits für einen Prozess bereit sein werden, da bin ich nicht sicher. Aber ich denke, dass wir bis Ende dieses Jahres bemerkenswerte Schritte getan haben werden und mehr über die Ergebnisse sagen können.“

    Auf die Hilfe Moskaus für die Ermittler angesprochen, sagte Westerbeke, es verhalte sich professionell, wenngleich die Situation mit Russland nicht so warmherzig sei wie mit anderen Ländern. „Wir stellten ein Gesuch für Informations- und Rechtshilfe. Ich war dort vor zwei Monaten. Sie (die Russen) gaben uns ein dickes Dossier mit vielen Informationen, die wir immer noch prüfen.“

    Westerbeke sagte ferner, dass die Ermittler „frei vom Einfluss der Politik“ arbeiten.

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    Tags:
    MH17, Flugzeugabsturz, Flugabwehr-System Buk, Ukraine