06:02 17 Oktober 2017
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    Wrackteile der in der Ukraine abgestürzten Passagiermaschine MH17

    Niederländischer Endbericht zu MH17-Katastrophe fast fertig – ukrainisches Außenamt

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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)
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    Die niederländische Sicherheitsbehörde soll am 10. August den Endbericht über den Absturz der malaysischen Boeing im vorigen Sommer im Donbass vorstellen, damit alle Länder Einsicht darin nehmen können. Das sagte die ukrainische Vizeaußenministerin Jelena Serkal am Dienstag in Kiew bei einem kurzen Pressegespräch.

    erkal zufolge nähert sich die Arbeit an dem Dokument ihrem Abschluss.

    In dem Bericht seien keine Schuldigen, sondern nur die Umstände der Flugzeugkatastrophe genannt, so die Vizeaußenministerin. Sie erläuterte, dass die Untersuchung zum Jet-Absturz anhand der Anlage 13 zum Übereinkommen über internationale Zivilluftfahrt von Chicago und im vollen Einklang mit den Forderungen dieses Dokumentes durchgeführt wurde.

    Der Vizeaußenministerin zufolge wurden Bemerkungen russischer Fachleute in dem Dokument berücksichtigt. „Zur Endfassung des Berichtes werden auch Kommentare und Vorschläge aller interessierten Seiten hinzugefügt“, so Serkal.

    Ihr zufolge soll das Dokument in der ersten Oktoberhälfte ins Internet gestellt werden.

    Nach Angaben von Sara Vernooij, der Sprecherin des niederländischen Sicherheitsrates und Leiterin der internationalen Untersuchung der Flugzeugkatastrophe, wird der Endbericht über die Ursachen des Absturzes der malaysischen Boeing im Oktober 2015 veröffentlicht.

    Der UN-Sicherheitsrat hat die für den heutigen Dienstag angesetzte Abstimmung über den Resolutionsentwurf zur Ermittlung der Schuldigen an der Boeing-Katastrophe auf den 27. Juli verschoben. Stattdessen wurden von dem internationalen Gremium Vorschläge Russlands zum Fortgang der MH17-Untersuchung erörtert.

    Der UN-Sicherheitsrat wolle die Herangehensweisen Russlands und Malaysias bei den Ermittlungen zum Jet-Absturz bei Donezk aufeinander abstimmen. Das sagte der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin in Bezug auf die Sitzung des Sicherheitsrates, die am Montagabend hinter verschlossenen Türen stattgefunden hatte.

    In der Sitzung sei der von Russland unterbreitete Resolutionsentwurf erörtert worden, so Tschurkin. Moskau habe dazu aufgerufen, die Umstände des Flugzeugunglücks möglichst sorgfältig zu untersuchen und alle interessierten Seiten zu den Ermittlungen heranzuziehen. In dem Dokument wird außerdem hervorgehoben, dass die Bildung eines Strafrechtstribunals zum Flugzeugunglück, auf der Kuala Lumpur besteht, unzweckmäßig sei und der UN-Charta widerspreche.

    „Der UN-Sicherheitsrat darf keine Strafverfahren einleiten“, so Tschurkin. Nach seiner Meinung ist es unzulässig, in dieser tragischen Angelegenheit überstürzt zu handeln und die Schuldigen noch vor dem Abschluss der Untersuchung zu benennen. Laut Tschurkin wurden die von Russland vorgebrachten Argumente erhört. Alle interessierten Seiten hätten sich bereit erklärt, gemeinsam zu arbeiten, so der Diplomat.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli vorigen Jahres im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, darunter 193 Bürger der Niederlande, kamen ums Leben.

    Ein internationales Expertenteam hatte Ende Mai ihre Suchmission am Absturzort abgeschlossen. Die geborgenen sterblichen Überreste der Passagiere sowie Wrackteile des Jets wurden in die Niederlande gebracht.

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    MH17, Flugzeugabsturz, Malaysia Airlines, Sara Vernooij, Jelena Serkal, Ukraine, Niederlande, Donbass