11:26 19 Juni 2019
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    Anschlag in Türkei

    Türkei: Gericht verbietet Verbreitung von Fotos und Videos des Anschlags in Suruç

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    Das Gericht der türkischen Stadt Suruç hat die Veröffentlichung von Foto- und Videoaufnahmen vom Ort des Terroranschlags verboten, wo 32 Menschen getötet worden waren, berichtet am Mittwoch der türkische Fernsehkanal NTV.

    Mindestens 27 Menschen sind am Montag bei einem Terroranschlag in der türkischen Stadt Suruç an der Grenze zu Syrien getötet worden, etwa 100 weitere erlitten Verletzungen. Die Bombe detonierte in einem Café in der Nähe eines Kulturzentrums, wo sich türkische Kurden und Mitglieder von Jugendorganisationen versammelt hatten, um nach Syrien aufzubrechen, wo sie am Wiederaufbau der von IS-Kämpfern zerstörten Stadt Kobane teilnehmen wollten. Die Verantwortung für den Terroranschlag wurde der Terrororganisation Islamischer Staat auferlegt.

    Nach dem Gerichtsurteil müssen alle Videos und Fotos vom Schauplatz des Terroranschlags aus allen Text- und Sprachnachrichten über die Tragödie entfernt werden. Die Nachrichtenseiten von Websites und sozialen Netzwerken, wo zuvor solche Materialien veröffentlicht wurden, werden blockiert.

    In der Türkei gab es bereits solche Entscheidungen, etwa als im März Mitglieder der linksradikalen Terrororganisation DHKP-C Oberstaatsanwalt Mehmet Selim Kiraz im Justizpalast in Istanbul als Geisel genommen und später erschossen hatten. Ein Bild, wo einer der beiden Geiselnehmer dem Staatsanwalt eine Pistole an den Kopf hält, wurde in sozialen Netzwerken verbreitet und von mehreren türkischen Medien abgedruckt.

    Der türkische Premier Ahmet Davutoglu verurteilte die Veröffentlichung und erklärte, dies verletze die Gefühle der Angehörigen. Danach habe die türkische Staatsanwaltschaft laut Angaben des TV-Senders CNN Turk alle Internet-Provider angewiesen, Facebook, Twitter und YouTube zu blockieren.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Geisel, Terrorismus, Explosion, DHKP-C, Ahmet Davutoglu, Syrien, Suruç, Türkei