06:37 23 September 2020
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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Als „empörend“ hat Willy Wimmer, langjähriger Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, die jetzige Entwicklung um den tragischen Absturz der malaysischen Boeing MH-17 über der Ostukraine bewertet. Auf dem Rücken der Opfer werde Politik gemacht.

    „Die ganze Entwicklung ist empörend. Hier wird auf dem Rücken der Opfer  Politik gemacht, und zwar in der Form, die man nur widerlich nennen kann“, sagt er im Radio-Interview für Sputniknews. Dabei versuche man, den Absturz auf der Suche nach einem weiter gehenden Konflikt zu instrumentalisieren, betonte Wimmer.

    „Es gibt bei uns weit verbreitete Ansicht, dass der Flugzeugabsturz in der Ukraine instrumentalisiert wird, um gegen alles das, was russisch spricht, also nicht nur gegen die Russische Föderation, aktiv zu werden und hier möglicherweise einen Grund für einen weiter gehenden Konflikt, das heißt einen Krieg, zu suchen.  Die Trümmer der Maschine waren noch nicht auf dem Boden aufgeschlagen, als man in Washington schon wusste, wer diesen Absturz verursacht hatte.  Das ist ja mit normalen Untersuchungsmethoden nicht zu erklären und nicht zu verstehen“.

    USA müssen ihre Politik ändern

    Die Lösung des bestehenden Ukraine-Konfliktes würde Wimmer zufolge aus der Sicht vieler in Deutschland davon abhängen, dass die Vereinigten Staaten ihre gegen Russland gerichtete Politik beenden. „Wir dürfen doch nicht verkennen, wie es zu dieser tragischen Entwicklung in der Ukraine gekommen ist. Denn die europäischen Staaten Frankreich, Deutschland, Polen haben sich bemüht, einen friedlichen Übergang sicherzustellen, und haben das auch noch garantiert, was Präsident Janukowitsch in Kiew unterschrieben hat. Und in der Nacht, als es diese Vereinbarung gab, ist auf amerikanische Weisung diese Vereinbarung auf dem Maidan-Platz förmlich zerschossen worden.“

    Wenn man also hier wirklich zur friedlichen Lösung kommen möchte, müssten die USA ihre Politik ändern, das sei die Grundvoraussetzung, so Wimmer.

    Westliche Medien: „Es wird für den Krieg getrommelt“

    Die Entwicklung der westlichen Medien im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine ist laut Wimmer so negativ, dass man das Gefühl haben müsse, dass hier nur noch die Meinung zum Krieg getrommelt werde: „So einheitlich wie die westlichen Medien da vorgehen, ist die westliche Öffentlichkeit in keinem Fall. Die Leute denken vielfältig und machen sich ihr eigenes Urteil. In einer solchen Situation ist das Auftauchen von Medienhäusern aus der Russischen Föderation in meinem Verständnis fast zum Bestandteil unserer Pressefreiheit geworden. Wenn wir diese Meldungen nicht bekommen würden, hätten wir möglicherweise in Westeuropa schon längst die Stimmung für einen Krieg gegen Russland“.

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    MH17, Medien, Maidan, Pressefreiheit, Flugzeugabsturz, Willy Wimmer, USA, Ukraine