08:38 26 April 2019
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    Zu Besuch bei Lukaschenko: Depardieu lernt Mähen mit der SenseZu Besuch bei Lukaschenko: Depardieu lernt Mähen mit der SenseZu Besuch bei Lukaschenko: Depardieu lernt Mähen mit der Sense

    Zu Besuch bei Lukaschenko: Depardieu lernt Mähen mit der Sense

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    Der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko hat dem französischen Schauspieler Gerard Depardieu gezeigt, wie man mit einer Sense Gras mäht.

    Lukaschenko stellte Depardieu seinen Sohn Nikolai vor und führte ihn durch seine Residenz Oserniy. Der bekannte französische Schauspieler zeigte den Journalisten in Minsk seinen russischen Pass, mit dem er durch die Welt reist. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte dem Schauspieler Anfang 2013 die russische Staatsbürgerschaft verliehen.

    „Alexander Lukaschenko und Gerard Depardieu besprachen in einem informellen Gespräch die Förderung der Landwirtschaft, die Entwicklung von Technologien zum Anbau von ökologischen Lebensmitteln. Zudem wurden mögliche aussichtsreiche Kooperationsprojekte zwischen Weißrussland und Frankreich in den Bereichen Kultur und Kunst besprochen“, heißt es auf der Webseite des weißrussischen Staatschefs.

    In einem Video auf der Webseite wird gezeigt, wie Lukaschenko und Depardieu via Dolmetscher miteinander sprechen, mit der Sense mähen, ein Pferd füttern und danach zusammen in einem Mähdrescher über ein Feld fahren. Zusammen mit dem Präsidenten und Schauspieler mähten Lukaschenkos Leibärztin Swetlana Konoschenko und sein Sohn mit der Sense das Gras.

    Lukaschenko bringt Depardieu das Mähen bei
    © YouTube / Wot takie nowosti
    Weißrussland erinnert Depardieu nach eigenem Bekunden an die Schweiz. „Es gibt Menschen in der Welt, die negative Klischees über Weißrussland schufen. Natürlich hat jedes Land seine Probleme. Doch ich sehe hier Bauernhöfe, gesäte Acker, Wiesen, Wälder. Das alles erinnert an die kleine Schweiz. Das ist sehr angenehm“, zitierte die weißrussische Nachrichtenagentur BELTA den französischen Filmstar.

    Depardieu, selbst Landwirt und Restaurantbesitzer, sagte, dass er nach Weißrussland nicht nur wegen der Kunst, sondern auch wegen seinem Interesse an der Landwirtschaft gekommen sei. Der Schauspieler besuchte das Agrarunternehmen Oserizki-Agro und  den „Hügel des Ruhmes“ bei Minsk. Laut Berichten sprach Depardieu in Minsk auch über das französisch-russisch-weißrussische Filmprojekt unter dem Arbeitstitel „Normandie-Niémen“. Ein Filmproduzent begleitete ihn nach Minsk.

    Der französische Schauspieler hatte wegen Pläne der sozialistischen Regierung Frankreichs, die Reichensteuer auf 75 Prozent zu erhöhen, 2012 mit dem Verzicht auf die französische Staatsbürgerschaft gedroht. Nachdem Putin ihm die russische Staatsbürgerschaft verlieh, meldete sich Depardieu in Saransk (Teilrepublik Mordowien) an.

    Im April berichteten Medien, dass Depardieu alle Immobilien in Russland verkauft hat – die 5-Zimmer-Wohnung im Wert von 15 Millionen Rubel (ca. 240.000 US-Dollar) in Grosny und eine Wohnung in Saransk – und nun in Belgien lebt. Depardieus Produzent Arnaud Frilley beteuert jedoch, dass der Schauspieler auf die russische Staatsbürgerschaft nicht verzichten will.

    Vor einigen Tagen setzte die ukrainischen Behörden Depardieu auf die schwarze Liste. Das ukrainische Kulturministerium teilte mit, dass das Einreiseverbot nicht mit den Filmen des berühmten Schauspielers in Zusammenhang stehe. Der Grund sei die überaus positiven Äußerungen Depardieus zu Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin.

    Der Besuch Depardieus fiel zeitlich mit dem Beginn des Präsidentenwahlkampfs in Weißrussland zusammen. Eine Bewegung begann bereits, Unterschriften für Alexander Lukaschenko zu sammeln, der das Land seit 1994 regiert. Seine vierte Amtszeit geht im Oktober zu Ende.

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    Tags:
    Lebensmittel, Landwirtschaft, Arnaud Frilley, Gerard Depardieu, Alexander Lukaschenko, Wladimir Putin, Weißrussland, Frankreich