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    Keine Beweise für russische Spionage am Max-Planck-Institut

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    Die Leitung des Max-Planck-Instituts hat keine konkreten Hinweise darauf, dass der 28-jährige russische Wissenschaftler Iwan A. sich mit geheimdienstlicher Agententätigkeit befasst hat, so die Leiterin der Wissenschafts- und Unternehmenskommunikation der Max-Planck-Gesellschaft, Christina Beck, am Montag in einem Gespräch mit RIA Novosti.

    Zuvor hatte Spiegel berichtet, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Spionage des russischen Physikers, der in Deutschland und den Niederlanden tätig war, aufgenommen habe. Von 2009 bis 2011 arbeitete der 28-jährige Spezialist auf den Gebieten der Quantenoptik und Nanophotonik am „Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts“ im bayerischen Erlangen. 2013 wechselte er nach Eindhoven (Niederlande) an eine technische Universität.

    Der Wissenschaftler sei im Juli des vergangenen Jahres zusammen mit seiner Ehefrau am Düsseldorfer Flughafen wegen Spionageverdacht  festgenommen worden, schreibt das Magazin. Nach einiger Zeit sei er freigelassen worden, doch die Technische Universität Eindhoven begann mit eigenen Nachforschungen.

    Nun wurde der russische Forscher vom niederländischen Justizministerium als eine unerwünschte Person eingestuft, die eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellt – seine Aufenthaltsgenehmigung und das Schengen-Visum wurden entzogen. Nach Angaben des Spiegels befindet sich der Verdächtigte, der „Iwan A.“ genannt wird, momentan in Moskau. Der Wissenschaftler bestreitet die Vorwürfe.

    „Wir haben keine konkreten Hinweise darauf, dass der Verdacht des Bundesamtes für Verfassungsschutz zutrifft“, betonte Christina Beck.
    Ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz, so Beck, soll im März 2014 die Max-Planck-Gesellschaft darüber informiert haben, dass das Bundesamt dem Verdacht nachgeht, ein russischer Wissenschaftler habe im Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen möglicherweise vertrauliche Forschungsinhalte ausspioniert.

    „Der Mann war zwischen 2009 und 2011 während seiner Promotion dreimal zu Aufenthalten zwischen anderthalb und drei Monaten als Gastforscher am MPI. Zur Person des Gastwissenschaftlers können wir aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben. Die Forschungsergebnisse wurden bereits publiziert.“, erwähnte die Sprecherin.

    Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Behörden einen anderen russischen Staatsbürger, der am Generalkonsulat der Russischen Föderation in Bonn akkreditiert war, wegen Spionageverdachts des Landes verwiesen. Während seiner Observation stellte sich heraus, dass er einmal im Monat nach Aachen reiste, um sich dort auf dem Hauptbahnhof mit seinem Landsmann zu treffen. Laut Spiegel, soll dies „Iwan A.“ gewesen sein, der mit seinem Auto aus den Niederlanden nach Deutschland kam. Der Forscher selbst beteuerte, dass er sich mit dem später verwiesenen Konsulatsangestelltem nur deshalb traf, weil er seinen Freunden in Moskau eine Wohnung vermietete. Einmal im Monat habe er sich mit ihm getroffen und beim gemeinsamen Kaffeetrinken die Miete bekommen.

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    Tags:
    Wissenschaft, Spionage, Bundesanwaltschaft, Max-Planck-Institut, Deutschland, Moskau, Erlangen, Niederlande