Widgets Magazine
01:28 19 Juli 2019
SNA Radio
    Andrej Stenin

    Ein Jahr nach Tod von Fotoreporter Stenin in Ukraine - Berichten unter Lebensgefahr

    © Sputnik / Ramil Sitdnikov
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Bildreporter Stenin ist tot (10)
    1018

    Der Fotograf von Rossiya Segodnya, Andrej Stenin, war Anfang August 2014 bei der Ausführung einer redaktionellen Aufgabe im Gebiet Donezk in der Ostukraine verschwunden. Später war bekannt geworden, dass er am 6. August beim Beschuss einer Fahrzeugkolonne durch ukrainische Militärs umgekommen war.

    Nach dem Tod von gleich mehreren russischen Journalisten im Donbass wurden in Russland Stimmen mit der Forderung laut, die Sicherheit von Journalisten zu gewährleisten, die in einem Kriegsgebiet arbeiten. In Wirklichkeit hängt die Sicherheit eines Journalisten allerdings in erster Linie von ihm selbst ab, wie die Kriegsberichterstatter sagen. Das ist besonders aktuell vor dem Hintergrund des Verdachtes, dass Kiew eine gezielte „Jagd“ auf Journalisten erklärt hat, die über die Lage in der Ostukraine berichten.

    Der Sommer 2014 erwies sich als einer der schlimmsten in der Geschichte des russischen Journalismus. Die Journalisten Igor Korneljuk und Anton Woloschin vom Staatsfernsehen kamen in Lugansk um, der Fernsehkameramann Anatoli Kljan wurde in Donezk getötet. Bei einem Granatenbeschuss fand der Dolmetscher und freie Autor der Zeitung „Nowaja Gaseta“, Andrej Mironow, den Tod.

    Der Fotograf der Agentur Rossiya Segodnya, Andrej Stenin, und die Mitarbeiter der Internetseite icorpus, Andrej Wjatschalo und Sergej Korentschenkow, wurden brutal erschossen. Später wurden der britische Stringer Grem Fillips und Andrej Lunew, der beim Fernsehsender Swesda tätig war, verletzt.

    Dem Chef des russischen Journalistenverbandes, Wsewolod Bogdanow, zufolge soll Russland den ukrainischen Behörden „eine große Rechnung“ für ihre „unzivilisierte“ Einstellung zum journalistischen Beruf ausstellen. „Was heute im Donbass geschieht, ist eine unzivilisierte Herangehensweise an unseren Beruf, das ist ein Verstoß gegen alle menschlichen Normen“, sagte Bogdanow.

    Laut einem der bekanntesten russischen Kriegsberichterstatter, Dmitri Steschin, der für die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ arbeitet, werden die russischen Journalisten „gejagt“. „Die ukrainische Seite hat zum Beispiel erklärt, dass man den Informationsstrom und die Bildermenge aus der Republik Donezk um jeden Preis verringern soll“, sagte er.

    Steschin zufolge würden die ukrainischen Geheimdienste gezielt Handys von russischen Journalisten aufspüren und die Daten an Artilleristen weitergeben. Jetzt nimmt Steschin sein Handy oder Tablet niemals in die vorderste Linie mit. Man dürfe in den sozialen Netzwerken vorher auch nicht über eigene Pläne berichten – es sei besser, mit eigenen Erfolgen erst zu prahlen, wenn man in Sicherheit ist.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Bildreporter Stenin ist tot (10)

    Zum Thema:

    Kiew: Elf Journalisten 2014 in Ostukraine getötet
    Moskau wertet Festnahme russischer Journalisten in der Ukraine als Provokation
    Kiew entzieht russischen Journalisten Akkreditierung
    Putin kondoliert Verwandten zum Tod von Bildreporter Stenin in Ukraine
    Tags:
    Krieg, Tod, Journalisten, Rossiya Segodnya, Dmitri Steschin, Wsewolod Bogdanow, Sergej Korentschenkow, Andrej Wjatschalo, Andrej Mironow, Andrej Stenin, Lugansk, Donezk, Russland, Ukraine