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00:37 15 Oktober 2019
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    Boris Chodorkowski in Berlin

    Chodorkowskis Vater kommt als „gesetzestreuer Bürger“ zur Vernehmung - Anwalt

    © Sputnik / Ramil Sitdikov
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    Boris Chodorkowski, der Vater von Michail Chodorkowski, wurde am Mittwoch von der russischen Ermittlungsbehörde vorgeladen. Dies teilte sein Anwalt, Sergej Badamschin, auf der Webseite des ehemaligen Yukos-Chefs mit.

    „Er hat eine Vorladung bekommen und wird wie jeder gesetzestreue Bürger zu der Vernehmung gehen“, sagte Badamschin und erwähnte, dass die Vernehmung für 10 Uhr morgens geplant ist.

    Wie auf der Webseite berichtet wird, wurde der 82-jährige Boris Chodorkowski von demselben Ermittler vorgeladen, der den Fall des ehemaligen Leiter des Sicherheitsdienstes von Yukos, Alexej Pitschugin, geführt hatte. Pitschugin wurde 2007 zur lebenslangen Haft verurteilt.

    Michail Chodorkowski
    © Flickr / Lithuanian Ministry of Foreign Affairs
    Es sei anzunehmen, so der Anwalt, dass die Vernehmung im Rahmen der Ermittlungen des Mordes am Bürgermeister der sibirischen Erdölstadt Neftejugansk stattfindet.

    Im Juni, rund 18 Monate nach der Haftentlassung Michail Chodorkowskis, hatte die russische Justiz wieder schwere Vorwürfe gegen den Ex-Yukos-Chef erhoben. Der 52-Jährige steht nun im Verdacht, den Mord am Bürgermeister der sibirischen Erdölstadt Neftejugansk im Jahr 1998 persönlich in Auftrag gegeben zu haben. Dem in Europa lebenden Ex-Oligarchen droht ein Verhör.

    Nach Angaben der russischen Ermittler war Bürgermeister Wladimir Petuchow von einer organisierten Bande umgebracht worden, die auf Befehl des früheren Yukos-Miteigners Leonid Newslin zusammengestellt worden war. Newslin flüchtete nach Beginn der Ermittlungen 2003 nach Israel. In Russland wurde er in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Die Untersuchungen wurden wegen fehlender Beweise gegen andere mutmaßliche Auftraggeber ausgesetzt.

    Die Witwe des ermordeten Bürgermeisters zeigte sich über die Wiederaufnahme der Ermittlungen überrascht. „Damit habe ich gar nicht gerechnet. Ich weiß nicht, wie ich reagieren soll. Das ist sehr schwer für mich“, sagte Farida Islamowa zur Nachrichtenagentur RIA Novosti. Sie selbst zweifle nicht daran, dass Chodorkowski in die Ermordung ihres Mannes verwickelt sei. „Ich habe keine Zweifel. Auch die Einwohner von Neftejugansk haben keine Zweifel.“

    Michail Chodorkowski, einst Chef des Ölkonzerns Yukos und reichster Mann Russlands, hatte wegen Diebstahl und Steuerhinterziehung zehn Jahre und zehn Monate im Gefängnis verbracht und war im Dezember 2013 – rund acht Monate vor dem regulären Ablauf seiner Haftstrafe –vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begnadigt worden. Noch am selben Tag war Chodorkowski aus seinem Straflager entlassen worden und mit einem vom deutschen Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher organisierten Privatjet nach Berlin geflogen. Deutschland hatte dem Ex-Öl-Milliardär ein Jahresvisum ausgestellt. Kurz danach hatte er zudem eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhalten.

    Im Yukos-Verfahren hatte das Gericht Chodorkowski zudem zur Nachzahlung von 17 Milliarden Rubel (aktuell ca. 275 Millionen Euro) Steuern verurteilt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg hatte den Yukos-Prozess zwar als nicht politisch motiviert bewertet, die Steuernachforderungen gegen Chodorkowski und dessen Geschäftspartner Platon Lebedew jedoch als unbegründet bezeichnet.

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    Tags:
    Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), Yukos, Wladimir Putin, Sergej Badamschin, Platon Lebedew, Boris Chodorkowski, Wladimir Petuchow, Hans Dietrich Genscher, Michail Chodorkowski, Russland, Schweiz, Israel