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    Ausnahmezustand in Ferguson

    Ausnahmezustand in Ferguson – Protestierende gehen heim

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    Nach vier Protesttagen zum Todestag des afroamerikanischen Teenigers Michael Brown verlassen Demonstranten und Polizisten allmählich die Hauptstraße der US-Stadt Ferguson.

    Am Abend kam es nicht zu Schusswechseln – anders als am vergangenen Sonntagabend, als vier Männer verletzt wurden, von denen einer das Feuer auf Polizisten eröffnet hatte.

    Am Vortag wurden laut Polizeiangaben nur wenige besondere Vorkommnisse registriert. So warfen die Protestler mehrere Steine und mit gefrorenem Wasser gefüllte Kunststoff-Flaschen auf Offiziere.

    Laut den Demonstranten setzten die Polizisten nur vereinzelt Pfefferspray ein. Es gab aber keine unmittelbaren Zusammenstöße und keine umfassende Anwendung von Tränengas.

    Dennoch wurden neben den 100 Verhafteten vom Tag zuvor neun weitere Protestierende festgenommen.

    Über den gesamten Bezirk St. Louis im Bundesstaat Missouri wurde der Ausnahmezustand verhängt. Dies  ermöglicht, nicht nur die örtliche Polizei, deren zahlenmäßige Stärke nur bis zu 50 Mann beträgt, sondern auch zahlreiche Kräfte des Bezirks, in dem rund eine Millionen Menschen wohnen, zusammenzuziehen.

    Der Chef der Bezirksregierung von St. Louis, Steve Stenger, sagte, er sehe sich „angesichts der gewaltsamen Unruhen", die ein „Schadenspotenzial für Personen und Eigentum" hätten, zu diesem Schritt gezwungen.

    Mit der Verhängung des Ausnahmezustands ging die Leitung des Polizeieinsatzes in Ferguson an die Bezirksbehörden über. Notfalls können die Behörden des Bezirks den Bundesstaat ersuchen, Einheiten der Nationalgarde nach Ferguson zu verlegen, wie dies bei den Massenunruhen im November 2014 geschehen war.

    Am Sonntag hatten sich Hunderte Menschen zu einer friedlichen Demonstration versammelt, um des dunkelhäutigen Michael Brown zu gedenken, der am 9. August 2014 von einem weißen Polizisten getötet worden war.

    Nach der Gedenkveranstaltung war es in Ferguson zu Protesten und Krawallen gekommen.

    Die Polizei trieb die Protestierenden mit Tränengas auseinander. Dabei wurden zwei Männer verletzt, einer von ihnen befindet sich gegenwärtig in kritischem Zustand.

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    Tags:
    Gedenktag, Proteste, Steve Stenger, Michael Brown, USA, Missouri, St. Louis, Ferguson