12:00 17 August 2017
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    Landung von Falcon-Trägerrakete nach Start von „Dragon“-Transporter missglückt

    ISS-Betrieb: USA sind noch lange auf russische Raketen angewiesen

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    Die US-Regierung wird offenbar auch in den nächsten Jahren auf russische Raketen angewiesen sein, um ihre Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) und zurück auf die Erde zu bringen. Der Grund dafür ist die Weigerung des Kongresses, Raumschiff-Programme der Nasa zu finanzieren, wie das amerikanische Internet-Magazin Quartz berichtet.

    Im vergangenen Jahr hatte die Nasa die US-Unternehmen Boeing und SpaceX mit der Entwicklung einer neuen Generation von Raumfähren beauftragt. Doch wegen der Unterfinanzierung reicht das Geld für die Schiffe Dragon 2 (SpaceX) und CST-100 (Boeing) höchstens bis Sommer 2016, wie die amerikanische Raumfahrtbehörde unlängst mitteilte.

    Weil der Kongress die Finanzierung des Programms beschnitten hat, fehlen der Nasa nun 332 Millionen Dollar. Das bedeutet, dass die amerikanische Regierung den Vertrag mit Russland trotz der Sanktionspolitik verlängern muss, um ihre Astronauten auch weiterhin zur ISS schicken zu können. Die amerikanischen Steuerzahler wird der neue Vertrag satte 490 Millionen Dollar kosten.

    Wegen der politischen Spannungen mit Moskau verbot der US-Kongress den Import der russischen Raketentriebwerke RD-180, mit der die amerikanischen Atlas-Raketen ausgestattet worden sind. Und mit eigenen Raketen hat Amerika Probleme.

    So explodierte im Juni die Weltraumrakete Falcon 9, die den Versorgungsfrachter Dragon zur Internationalen Raumstation hätte bringen sollen, wenige Minuten nach dem Start vom Cape Canaveral. Im Oktober war die 200 Millionen teure Trägerrakete Antares mit dem ISS-Versorgungsfrachter Cygnus beim Start explodiert. Wenige Tage später kam ein Mensch beim Absturz des privaten Raumflugzeugs SpaceShipTwo ums Leben. Laut Quartz werden die USA zumindest mit 2018 auf die russischen Weltraumraketen angewiesen sein.

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    Tags:
    Sanktionen, Falcon 9, Internationale Raumstation ISS, CST-100, US-Raumfrachter Dragon, NASA, Boeing, SpaceX, USA, Russland
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