01:52 22 August 2017
SNA Radio
    WikiLeaks-Gründer Julian Assange

    Assange-Fall: Drei von vier Anschuldigungen verjähren nächste Woche

    © AP Photo/ Sunshine Press Productions, File
    Panorama
    Zum Kurzlink
    41174335

    Bereits nächste Woche können in Schweden drei von vier Anklagen gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange wegen sexuellen Missbrauchs aufgehoben werden, verlautete am Mittwoch aus dem Pressezentrum der Staatsanwaltschaft Schwedens.

    Das hängt damit zusammen, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwedens, Karin Rosander, dass diese Woche zwei Anklagen und zum nächsten Dienstag noch eine Anschuldigung gegen Assange ablaufen.

    Laut dem schwedischen Gesetz müssen Anklagen für mehrere Straftaten innerhalb von fünf Jahren nach dem angeblichen Ereignis vollzogen werden. Der WikiLeaks-Gründer hat jedoch Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London verbracht, was den britischen Steuerzahlern 12 Millionen Pfund Sterling gekostet hat.

    Die schwedischen Staatsanwälte hatten sich immer geweigert, Assange in London zu verhören. Auf eine Befragung in Schweden wollte sich der Australier seinerseits nicht einlassen.

    Im März hatte sich die leitende schwedische Staatsanwältin, Marianne Ny, bereit erklärt, Assange nun doch in der ecuadorianischen Botschaft in London verhören zu lassen – aus Zeitdruck.

    Den Termin, der für den 17. August angesetzt wurde, sagte Ny jedoch ab, da Schweden angeblich keine offizielle Erlaubnis von Ecuador bekommen habe, seine Botschaft in London zu betreten. Assange bezeichnete diese Entscheidung der Staatsanwältin als reine „PR-Übung“.

    Eine Anschuldigung wegen Vergewaltigung bleibt bis 2020 weiter gültig, wie Karin Rosander sagte. Das bedeutet, dass Assange immer noch nach Schweden ausgeliefert werden könnte, wenn er die Botschaft innerhalb der nächsten fünf Jahre verlassen würde.

    Polizisten bewachen ihn rund um die Uhr. Assange selber weist alle Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Er fürchtet, Schweden würde ihn an die USA ausliefern, wo ihm für Spionage eine lebenslängliche Haft oder gar die Todesstrafe drohe.

    Der Australier hatte die Vereinigten Staaten durch die Veröffentlichung geheimer diplomatischer Depeschen sowie von Unterlagen über die Kriege in Afghanistan und im Irak gegen sich aufgebracht.

    Zum Thema:

    Assange will Bundestagsabgeordneten NSA-Listen übergeben
    Frankreich lehnt Asyl für WikiLeaks-Gründer Julian Assange ab
    Frankreichs Kunst-Elite für Asylgewährung an Assange und Snowden
    Assange: Deutschland gewährt Snowden unter Druck der USA kein Asyl
    Tags:
    Spionage, Marianne Ny, Julian Assange, Irak, Afghanistan, USA, London, Schweden, Großbritannien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren