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02:07 19 August 2019
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    Neue Snowden-Enthüllung: US-Telekomriese hat NSA „bereitwillig“ unterstützt

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    Ein ganzes Jahrzehnt lang hat AT&T, eines der größten US-Telefon- und Internetunternehmen, die NSA bei der Überwachung von Mails und Telefonverbindungen in den USA unterstützt. In mindestens 17 seiner Internet-Hubs hatte AT&T NSA-Überwachungsgeräte installiert, berichtet „The New York Times“ unter Berufung auf neueste Snowden-Dokumente.

    Bereits 2006 hatte die Zeitung „USA Today“ berichtet, dass die drei größten US-Internet- und Telefongesellschaften AT&T, BellSouth und Verizon seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Informationen über rund 200 Millionen ihrer Kunden für die NSA gesammelt hatten.

    „Wir werden des Weiteren keine Fragen zur nationalen Sicherheit kommentieren. Doch wir wollen betonen, dass wir hierbei nur die Strafverfolgungs- und Regierungsbehörden beim Schutz der nationalen Sicherheit in strikter Übereinstimmung mit dem Gesetz unterstützen“, meldete damals der Pressedienst der AT&T nach der Veröffentlichung des Artikels.

    „Die Privatsphäre des normalen Amerikaners wird bei allen unseren Aktivitäten strikt geschützt", sagte der damalige Präsident George Bush. Im Kampf gegen die Terroristen von Al-Qaida seien lediglich Auslandsgespräche abgehört worden.

    Doch nach den neuen Angaben der „New York Times“ sei AT&T wohl viel intensiver und schon früher an der Ausspähung ihrer Mitbürger beteiligt gewesen, als bisher bekannt war. Der US-Telekomriese soll die NSA mindestens zwischen 2003 und 2013 bei zahlreichen geheimen Aktivitäten „bereitwillig“ unterstützt haben.

    In mindestens 17 seiner Internet-Hubs habe AT&T Überwachungsgeräte  installiert und der NSA Zugriff zu Milliarden von E-Mails und Handygesprächen gegeben. Unter Anderem soll der Telefon- und Internetkonzern über von ihm betriebene Leitungen auch das UN-Hauptquartier in New York überwacht haben.

    In den Dokumenten, die der Whistleblower Edward Snowden kürzlich der „New York Times“ übergeben hatte, werde die Arbeit des Geheimdienstes mit AN&T als „einzigartig und höchst produktiv“ beschrieben, es werde auch die „extreme Hilfsbereitschaft“ des „sehr kooperativen“ Unternehmens gelobt.

     „Wir liefern keiner Ermittlungsbehörde Informationen, außer wenn eine Person in Lebensgefahr und die Zeit entscheidend ist“, zitiert die „New York Times“ aus einer Stellungnahme eines Sprechers von AT&T. Der Vertreter des Unternehmens weigerte sich jedoch, mehr zu diesem Thema zu sagen.

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    Tags:
    Geheimdienst, Spionage, BellSouth, Zeitung "USA Today", New York Times, Verizon, AT&T, NSA, Al-Qaida, Edward Snowden, USA