22:12 21 April 2019
SNA Radio
    Absturz der malaysischen Boeing MH17

    MH17 vermutlich von einem Kampfjet abgeschossen – Russlands Ex-Vizepräsident Ruzkoi

    © REUTERS / Sergei Karpukhin
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
    6415317

    Die Boeing-777 ist möglicherweise im ostukrainischen Gebiet Donezk von einem anderen Flugzeug abgeschossen worden. Diese Version äußert der Ex-Vizepräsident Russlands und ehemalige Kampfflieger Alexander Ruzkoi.

    Da die linke Seite der Kabine des Flugzeugs beschädigt war, so Ruzkoi, „wurde die Besatzung sofort getötet“, und „genau in der Kabine“. Das spricht seiner Ansicht nach nicht für die Version über einen Schuss aus einem Raketenkomplex, der die Treffstelle „nicht wählt“.

    „Eine Su steigt auf diese Höhe, sage ich Ihnen. Mit einer Su-25 sind wir auf eine Höhe von 7.000 bis 10.000 Meter gestiegen, um größere Stöße zu versetzen, als der Radius des Flugzeuges es erlaubt. Wir schalteten dabei den rechten oder linken Motor aus, begaben uns mit nur einem angeschalteten Motor zum Ziel, näherten uns dem Ziel, feuerten, gewannen wieder an Höhe und kehrten mit einem angeschalteten Motor zurück. Technisch ist das möglich“, wird Generalmajor Ruzkoi vom Kommersant FM zitiert.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli 2014 im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs war, kamen ums Leben. Kiew warf den Absturz den Volksmilizen im Donbass vor, diese erklärten jedoch, dass sie nicht über Kampfmittel verfügen, mit denen ein Flugzeug in solch einer Höhe abgeschossen werden kann.

    Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Im September veröffentlichten sie einen Zwischenbericht zu der Katastrophe. Darin hieß es, dass die Passagiermaschine der Malaysia Airlines „von einer Vielzahl hochenergetischer Objekte" getroffen worden und in der Luft auseinandergebrochen sei. Konkrete Schuldzuweisungen enthielt der Zwischenbericht nicht.

    Am 29. Juli, ein Jahr nach dem Absturz, hatte der UN-Sicherheitsrat zudem die Initiative mehrerer Länder (Australien, Niederlande, Malaysia, Belgien und Ukraine) zur Einsetzung eines internationalen Tribunals zur Aufklärung des Boeing-Absturzes und der Ermittlung der Schuldigen erörtert. Russland legte ein Veto gegen den diesbezüglichen Resolutionsentwurf ein.

    Moskau befürchtet, dass ein neues Tribunal ebenso wie einst der Gerichtshof für Ex-Jugoslawien „politisiert und ineffizient“ vorgehen und Washington nach dem Munde reden würde. Zudem verweist Russland darauf, dass die MH17-Katastrophe das Ergebnis einer Kriminaltat und keine Bedrohung für den Weltfrieden sei.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)

    Zum Thema:

    MH17-Datensperre: Totschweigen von Fakten, die Fehlen von Russlands Schuld beweisen
    Foto-Experte zu angeblichem MH17-Betrug: "Bellingcat betreibt Kaffeesatzleserei"
    MH17-Abschuss: Russland nennt den Namen seines Hauptzeugen
    Ex-Lufthansa-Pilot: MH17 dürfte von ukrainischer SU-25 abgeschossen worden sein
    Tags:
    Absturz, Flugzeug, MH17, Tod, Su-25, Alexander Ruzkoi, Donezk, Russland, Ukraine