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    Angst vor Datenklau: Duma-Vizechef fordert Verbot für Windows 10

    © AFP 2019 / JUNG YEON-JE
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    In einer Ansprache an Premierminister Medwedew bittet Nikolai Lewitschew, Vizechef der Staatsduma (russisches Unterhaus), ein eventuelles Verbot des Operationssystems Windows 10 in den Behörden zu erwägen.

    Früher hatte Microsoft erklärt, dass die Daten der Nutzer von Windows 10 der US-Corporation und verschiedenen westlichen staatlichen Strukturen im Westen zugänglich sein können.

    „Ich bitte Sie, verehrter Dmitri Anatoljewitsch, die Möglichkeit eines vollständigen Verbots des Operationssystems Windows 10 in staatlichen Behörden, Staatsunternehmen sowie in staatlichen wissenschaftlichen und Forschungsstrukturen zu erwägen“, heißt es in der Anfrage des Abgeordneten von der Partei Gerechtes Russland, deren Wortlaut der Agentur Rossiya Segodnya zur Verfügung steht.

    Wie der Abgeordnete betont, führe der US-amerikanische Software-Entwickler Microsoft in Russland eine umfassende Kampagne zur kostenlosen Aktualisierung der alten Windows-Versionen bis zur neuen Version Windows 10 durch.

    „Die Operationssysteme aus der Entwicklung der Korporation Microsoft sind auf den meisten Computern in Russland installiert, darunter auf den PCs und mobilen Geräten, die in staatlichen Behörden, Staatsunternehmen sowie in staatlichen wissenschaftlichen und Forschungsstrukturen genutzt werden“, schreibt der Parlamentarier.

    Dabei hebt er hervor, dass die Datenschutzerklärung, die für die Aktualisierung bis zur Version Windows 10 bindend ist, Leitsätze enthält, laut denen die Corporation alle persönlichen und Kontaktdaten der Nutzer registrieren sowie Kennwörter und Passwort-Hinweise und sonstige wichtige Sicherheitsdaten sammeln wird.

    „Außerdem wird die US-Corporation Kreditkartennummern und PIN-Codes, IP-Adressen, Kontaktdaten dritter Personen sowie Daten über die geografische Lage von Geräten sammeln. Dazu wird Microsoft laut der Datenschutzerklärung den Zugang zum Inhalt von Dateien und Informationen sowie Sprach- und Multimedia-Nachrichten, E-Mails und sonstige persönliche Daten aller Nutzer von Windows 10 bekommen, sie aufbewahren und öffnen“, unterstreicht Lewitschew.

    Microsoft erkläre direkt, dass persönliche Daten und Informationen der Nutzer des Operationssystems Windows 10 der Korporation selbst sowie verschiedenen ausländischen Staatsstrukturen zugänglich sein können, was Verluste von vertraulichen und dienstlichen Informationen der Mitarbeiter von staatlichen Behörden ermögliche, unterstreicht der Parlamentarier.

    Er schickte auch eine Anfrage an den Chef der russischen Informationsaufsicht Roskomnadsor, Alexander Scharow, mit der Bitte, die Tätigkeit von Microsoft entsprechend dem Gesetz über Informationen zu prüfen und, wenn notwendig, die von der russischen Gesetzgebung vorgesehenen Maßnahmen zu ergreifen.

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    Tags:
    Cybersicherheit, Datenschutz, Microsoft, Dmitri Medwedew, Nikolai Lewitschew, USA, Russland