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06:44 23 Juli 2019
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    Arbeit an MH17-Absturzort bei Donezk

    CIA-Veteran: US-Beweise zu MH17 stammen aus Sozialnetzwerk

    © REUTERS / Antonio Bronic
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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Die US-Regierung hat laut CIA-Veteran Ray McGovern keine handfesten Beweise für eine Schuld Russlands oder der ostukrainischen Milizen am Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs MH17. Die Anschuldigungen aus Washington stützen sich auf Informationen, die aus sozialen Netzwerken stammen.

    „Es gibt keine stichhaltigen Bewiese dafür, dass die so genannten prorussischen Separatisten oder die Russen selbst dieses Flugzeug vom Himmel geholt haben“, sagte McGovern, der 27 Jahre lang als CIA-Analyst gearbeitet hatte, in einem Gespräch mit BradCast. „Ich bin überzeugt: Wenn es solche Beweise gegeben hätte, wären sie längst an die große Glocke gehängt worden.“

    Stattdessen berufe sich US-Außenminister John Kerry in seinen Beschuldigungen auf „Einschätzungen der Regierung“, das heißt auf Dokumente, die im Weißen Haus ohne Zustimmung der amerikanischen Geheimdienste verfasst worden seien, so McGovern, der nach seiner Pensionierung für die Organisation „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ arbeitet. „Wir geben jährlich 90 Milliarden Dollar für die Aufklärung der USA aus, und wenn es zur Sache geht, müssen wir uns auf soziale Netzwerke verlassen.“

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli 2014 im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die ukrainische Regierung in Kiew und die bewaffneten Milizen im Donbass, die sich in der Region heftige Gefechte lieferten, warfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

    Weiterlesen: Malaysische Boeing über Ukraine abgestürzt

    Ein internationales Ermittlerteam unter der Führung der Niederlande will im Oktober 2015 die genaue Absturzursache nennen. Parallel versuchen Staatsanwälte aus der Ukraine, den Niederlanden, Belgien, Australien und Malaysia zu klären, wer an der Katastrophe schuld ist.

    Unterdessen bringen westliche Medien, aber auch Offizielle, immer wieder Vermutungen in Umlauf, dass die Schuld bei den Aufständischen liegen könnte. Beweise wurden aber nie vorgelegt. Moskau fordert Fakten statt "Hetze".

    Vor diesem Hintergrund regten die fünf ermittelnden Staaten die Etablierung eines UN-Tribunals an. Nach Angaben der ukrainischen Regierung sollen die Schuldigen im Geheimen ermittelt und vor ein internationales Tribunal gestellt werden.

    Russland lehnt ein UN-Tribunal ab. Moskau befürchtet, dass ein neues Tribunal ebenso wie einst der Gerichtshof für Ex-Jugoslawien „politisiert und ineffizient“ vorgehen und Washington nach dem Munde reden würde. Zudem verweist Russland darauf, dass die MH17-Katastrophe das Ergebnis einer Kriminaltat und keine Bedrohung für den Weltfrieden sei.

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    MH17, CIA, Ray McGovern, John Kerry, USA, Donezk, Russland, Ukraine, Malaysia, Australien, Niederlande, Belgien, Donbass