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09:18 23 Oktober 2019
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    Oleg Senzow

    Terrorvorwurf: Russisches Gericht verurteilt ukrainischen Regisseur zu 20 Jahren Haft

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    Der ukrainische Regisseur Oleg Senzow ist am Dienstag von einem Bezirksgericht in Rostow am Don zu 20 Jahren Strafkolonie mit strengen Haftbedingungen verurteilt worden. Das teilt RIA Novosti mit.

    Krim
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    Senzow wurde der Gründung einer Terrororganisation auf der Krim schuldig gesprochen, die eine Struktureinheit des in Russland verbotenen ukrainischen rechtsextremistischen Rechten Sektors war und einen Austritt der Halbinsel aus dem russischen Staatsverband anstrebte.

    Dem Regisseur wurden die versuchte Beschaffung von Sprengsätzen und die unerlaubte Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition, zwei Terrorangriffe und die Vorbereitung eines Anschlags zur Last gelegt.

    Es handelt sich dabei um Brandstiftung in den Büros der gesellschaftlichen Organisation Russische Gemeinschaft der Krim sowie der lokalen Vertretung der Partei Geeintes Russland in Simferopol im April und Mai. Außerdem hatte Senzow laut dem Gericht am 9. Mai 2014 versucht, ein Lenin-Denkmal in der Krim-Hauptstadt zu sprengen.

    Ein weiterer Verurteilter in diesem Fall ist Alexander Koltschenko, der mit zehn Jahren Haft davonkam. Er wurde der Teilnahme an der Gründung der Terrororganisation sowie an einem Anschlag schuldig gesprochen.

    Der Staatsanwalt hatte 23 Jahre Strafkolonie mit strengen Haftbedingungen für Senzow und zwölf Jahre Haft mit eineinhalb Jahren Sicherungsverwahrung für Koltschenko gefordert. 

    Oleg Senzow wurde bekannt durch seinen Debütstreifen „Homer“, den er 2011 aus eigenen Mitteln gedreht hatte. Der Film wurde auf dem Rotterdamer Filmfestival gezeigt. 2013 machte sich Senzow an seinen zweiten Film, „Nashorn“. 2014 veröffentlichte er das Buch „Kauf das Buch – es ist lustig“.

    Die ukrainischen Behörden haben mehrmals gefordert, Senzow aus der Untersuchungshaft in Russland zu entlassen. Außerdem machten sich die Mitglieder der Europäischen Filmakademie für seine Befreiung stark.

    Der Rechte Sektor war die treibende Kraft hinter dem Umsturz vom Februar 2014, bei dem der frühere Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet wurde. Seit dem Machtwechsel kämpfen die Nationalisten auf der Seite der regulären Armee gegen die Regierungsgegner im Osten der Ukraine. Im Mai 2014 waren die Ultranationalisten am Branddrama in Odessa beteiligt, bei dem Dutzende Regimegegner bei lebendigem Leibe verbrannt waren.

    Im November 2014 erklärte das Oberste Gericht der Russischen Föderation die rechtsradikale Vereinigung zu einer extremistischen Organisation und verbot ihre Tätigkeit in der Russischen Föderation. Im Januar 2015 wurde der Rechte Sektor auf die Liste der in der Russischen Föderation verbotenen Organisationen gesetzt. Zuvor war in Russland ein Strafverfahren gegen Dmitri Jarosch wegen seiner Aufrufe zu terroristischen Aktivitäten eingeleitet worden.

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    Rechter Sektor, Alexander Koltschenko, Oleg Senzow, Krim