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11:39 21 August 2019
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    Saporoschje-AKW in der Ukraine

    Medien: Ukraine will fraglichen Kernbrennstoff aus Schweden beziehen

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    Eine Fabrik des Unternehmens Westinghouse Electric im schwedischen Västerås macht Russland Konkurrenz: Hier wird Brennstoff produziert, der sich für russische Kernreaktoren eignet. Dies teilt Sveriges Radio mit.

    Bislang sei die Ukraine der einzige Abnehmer, allerdings sollen auch andere Länder bereits Interesse bekundet haben.

    Westinghouse Electric Sweden wurde auf der Basis von ABB Atom gegründet, das ursprünglich ein schwedisch-schweizerisches Unternehmen namens Asea-Atom war und sich mit der Entwicklung und Herstellung von Erzeugnissen für die Atombranche befasste.

    Laut dem Geschäftsführer von Westinghouse Electric Sweden ist die Firma sehr am osteuropäischen Markt interessiert. Es werde vor allem auf Bulgarien, Tschechien und die Slowakei gesetzt – die Länder, die Reaktoren aus russischer Herstellung nutzen und auf einen bestimmten Brennstoff angewiesen sind.

    Laut Angaben von Westinghouse Electric ist die Fabrik in Västerås der einzige Betrieb außerhalb Russlands, der Brennstoffelemente passenden Typs herstellt. Allerdings erwiesen sich die Prognosen der Firma als zu optimistisch.

    Nach der Havarie im AKW Tschernobyl im April 1986 waren die schwedischen Fachleute die ersten, die den Unfall bemerkt und Alarm geschlagen hatten. Nun ist Schweden 30 Jahre später bereit, einem anderen ukrainischen AKW namens „Saporoschskaja“ Brennstoff zu liefern, dessen Sicherheitsmerkmale aber fraglich sind.

    Im Dezember 2014 hatte der ukrainische Premierminister Arseni Jazenjuk die Unterzeichnung eines Abkommens mit der US-amerikanischen Firma Westinghouse über die Brennstoff-Lieferung für ukrainische Atomkraftwerke verkündet. Diese Erklärung sorgte unter Fachleuten für Besorgnisse.

    So hatte etwa der Direktor des Zentrums für Energie und Sicherheit, Anton Chlopkow, in einem Interview für RT erklärt, dass der amerikanische Brennstoff nicht ungefährlich sein könnte: „Die früheren Erfahrungen zeigen, dass der Brennstoff von Westinghouse für die Nutzung in Reaktoren russischer Herstellung noch nicht bereit ist. So hat etwa eine ganze Reihe von Ländern wie etwa Finnland und Tschechien aus verschiedenen Gründen auf die Nutzung des Brennstoffes der Firma Westinghouse verzichtet.

    Mehr noch: In Tschechien geschah das aus Sicherheitsbedenken“, sagte der Experte und verwies darauf, dass der Brennstoff „für das sichere Funktionieren von AKW potenziell gefährlich“ sei.

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    Tags:
    Atomkraftwerk Tschernobyl, Westinghouse Electric Sweden, Västerås, Anton Chlopkow, Arsseni Jazenjuk, Schweden, Ukraine