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    Zwei Nationalisten und ein ehemaliger Leiter der ukrainischen rechtsextremen Partei UNA-UNSO, die im Rechten Sektor aufgegangen ist, werden für Morde an Soldaten der russischen Bundestruppen in Grosny in den Jahren 1994-1995 vor einem tschetschenischen Gericht erscheinen müssen, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Einer der ehemaligen Leiter der nationalistischen Organisation „Ukrainische Nationalversammlung — Ukrainische Nationale Selbstverteidigung“ (UNA-UNSO), Nikolai Karpiuk, der Lehrer der Kiewer Verkehrs- und Wirtschaftshochschule, Stanislaw Klich, und der Arbeitslose Alexander Malofejew werden nach Angaben der Zeitung in absehbarer Zeit vor einem tschetschenischen Gericht erscheinen. Den Angeklagten werde die Ermordung von Soldaten der russischen Bundestruppen in Grosny in den Jahren 1994-1995 zur Last gelegt.

    Die UNA-UNSO hatte im ersten Tschetschenienkrieg unter Führung von Olexandr Musytschko das Freiwilligenbataillon „Wiking" aufgestellt, in dem die drei angeklagten ukrainischen Nationalisten laut „Kommersant“ auf der Seite der tschetschenischen Terroristen kämpften.

    Die Ermittlung von Straftaten von Mitgliedern der nationalistischen Organisation UNA-UNSO, die seit Mai 2014 im Rechten Sektor aufgegangen ist, läuft in Tschetschenien seit Mitte der 1990er Jahre.

    Den Ermittlern zufolge hatten die Angeklagten mindestens 30 Mitglieder der Bundestruppen ermordet und mehr als einem Dutzend Soldaten Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades zugefügt. Die Morde seien auf dem Minutka-Platz im Zentrum Grosnys Ende 1994 bis Anfang 1995 begangen worden, berichtet das Blatt.

    Der Rechte Sektor, dem sich die UNA-UNSO während der Maidan-Proteste angeschlossen hatte, war die treibende Kraft hinter dem Umsturz vom Februar 2014, bei dem der frühere Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet wurde. Seit dem Machtwechsel kämpfen die Nationalisten auf der Seite der regulären Armee gegen die Regierungsgegner im Osten der Ukraine. Im Mai 2014 waren die Ultranationalisten am Branddrama in Odessa beteiligt, bei dem Dutzende Regimegegner bei lebendigem Leibe verbrannt waren.

    Das Oberste Gericht der Russischen Föderation hatte die ukrainischen nationalistischen Organisationen Rechter Sektor, UNA-UNSO, Ukrainische Aufständischen-Armee (UPA) und mehrere andere auf die Liste der extremistischen Organisationen gesetzt und ihre Tätigkeit in der Russischen Föderation verboten. Zuvor war in Russland gegen Dmitri Jarosch, den Anführer des Rechten Sektors, wegen seiner Aufrufe zu terroristischen Aktivitäten ein Strafverfahren eingeleitet worden.

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    Tags:
    Tschetschenienkrieg, UNA-UNSO, Rechter Sektor, Alexander Malofejew, Stanislaw Klich, Nikolai Karpiuk, Grosny, Tschetschenien