22:15 10 Dezember 2019
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    Norwegische Experten empört über Serie zu Russlands Invasion in Norwegen

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    Angesichts der Ausstrahlung der aufwendigen TV-Serie „Okkupert“ („Okkupiert“) des norwegischen TV-Senders „TV2“ über eine russische Invasion auf Norwegen wird das von dem bekannten norwegischen Schriftsteller Jo Nesbø geschriebene Drehbuch in den Hintergrund gedrängt.

    Der Autor düsterer skandinavischer Krimis wird in Russland, wo praktisch alle seine Werke erschienen sind, einige gar in mehreren Übersetzungen, immer beliebter.

    Zusätzliche Auflagen,  Herausgabe in verschiedenen Serien, schnelle Übersetzung auf Russisch – das ist für Russland, wo sich in letzter Zeit ausländische Schriftsteller, die nicht auf Englisch schreiben, selbst mit persönlichen Büchern den Markt nicht erschließen können,  eine beispiellos Erfolgsgeschichte. 

    Von der Tatsache, dass Verleger sich an der Sympathie der Leser orientieren, zeugen auch die Ergebnisse des Wettbewerbs „Lesendes Petersburg 2014“, wo gerade Nesbø Preisträger in der Kategorie „Der beste Schriftsteller, dessen Werke auf Russisch herausgegeben worden sind“ wurde.

    In einem Interview für die norwegische Zeitung VG hatte der Schriftsteller anlässlich des oben genannten Preises im März 2015 betont, dass der Preis nach einer Internet-Abstimmung der Leser und nicht von der Jury verliehen worden sei, was Gewinn besonders wertvoll mache.

    Zur Serie „Okkupert“ sagte Nesbø, dass jedes andere Land an der Stelle Russlands sein könnte. Die Kernfrage war für ihn, ob die jetzigen Norweger auf eine Invasion durch einen fremden Staat anders als im Jahre 1940 reagieren würden.

    Für Norwegen war es sehr interessant, die Reaktion Russlands zu sehen.

    Noch vor dem Kommentar der russischen Botschaft hatte der TV-Sender eine Meinungsumfrage unter mehreren Russland-Experten durchgeführt, deren Einschätzungen sich sowohl dem Tonfall, als auch dem Inhalt nach durchaus unterscheiden.

    So zitiert die Webseite des Fernsenders den Historiker Bjørn Nistad, der auf Russlands Geschichte spezialisiert ist: Dieser sei zutiefst empört über die Serie und halte dies für eine Verhöhnung aller in Norwegen lebenden Russen.

    Auch die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Norwegischen Instituts für internationale Beziehungen (NUPI), Julie Wilhelmsen, kritisierte die Serie und bezeichnete sie als destruktiv in der gegenwärtigen politischen Situation.

    Die russische Botschaft in Oslo hatte bereits ihr Bedauern über die skandalöse Serie geäußert.

    Obwohl die Autoren der Serie die Fiktivität des Sujets, das angeblich nichts mit der Realität zu tun haben soll, betonten, handelte es sich in dem Film um in der Realität existierende Länder. Dabei werde Russland leider die Rolle des Aggressors zugeschrieben, wie es aus der russischen Botschaft hieß.

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    Botschaft, Oslo, Russland, Norwegen