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18:00 20 September 2019
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    Joachim Herrmann

    „Neger“-Äußerung von Bayerns Innenminister Herrmann stößt auf heftige Kritik

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    Mit der Aussage, der Schlagersänger Roberto Blanco sei ein „wunderbarer Neger“ gewesen, hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für Empörung gesorgt. In den sozialen Netzwerken erntete der CSU-Politiker heftige Kritik und musste sich rechtfertigen.

    Der CSU-Politiker hatte sich am Montag in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ über einen berühmten Sänger geäußert. Thema der Talkshow von Frank Plasberg war die Flüchtlingsproblematik in Deutschland. Als „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz einige Erfolgsbeispiele von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat“. Beim FC Bayern spielten auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit, und das fänden die Fans von FC Bayern auch gut, sagte er weiter.

    Talkshow-Moderator Plasberg reagierte schon während der Sendung mit einem „Holla“ auf die rassistische Äußerung, im Netz folgten die Reaktionen umgehend:

    Barbara Lochbihler, außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen im Europäischen Parlament, zeigte sich auf Twitter von der Wortwahl Herrmanns empört. „Armseliger wird’s nicht. Hoffentlich“, schrieb die Politikerin.

    Christopher Lauer, ehemaliges Mitglied der Piratenpartei und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, twitterte: „Merkel so: Rassismus bekämpfen. Herrmann so: Neger.“

    Auch der sächsische Landesverband der Partei Die Linke reagierte mit deutlichen Worten auf die Aussage von Bayerns Innenminister: „Für Hermann ist Roberto Blanco also ein "Neger". Wir schreiben 2015. Schämt ihr euch? Wenigstens ein Bisschen?“

    Daraufhin rechtfertigte Joachim Herrmann am Dienstag in einem ZDF-Morgenmagazin seine Wortwahl. Es habe sich lediglich um die Erwiderung auf die Aussage eines Anrufers gehandelt, der sagte, er wolle "Neger überhaupt nicht haben". Diese Aussage sei "völlig inakzeptabel", und deshalb habe er das Beispiel Roberto Blanco erwähnt. „Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht“, sagte der bayrische Innenminister. Man habe auch „wunderbare Menschen mit schwarzer Hautfarbe in Bayern“, sagte Herrmann.

    Mittlerweile reagierte auch Blanco selber auf die „Neger“-Aussage des Innenministers. "Ich fühle mich nicht von Innenminister Herrmann beleidigt, ich bin ein stolzer Farbiger und ich wünsche mir auch, dass alle Farbigen, die das jetzt lesen, das auch so sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat. Schlauer wäre hingegen gewesen, wenn er nicht das Wort Neger genutzt hätte, sondern Farbiger", sagte Blanco zu FOCUS Online.

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    Tags:
    Focus, ZDF, ARD, Roberto Blanco, Joachim Herrmann, Deutschland