19:24 27 Januar 2020
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    Die Flutung des BND-Hauptquartiers ist nach „Spiegel“-Informationen ein vorsätzlicher Anschlag gewesen sein. Durch die Sabotageaktion ist ein Schaden von einer Million Euro entstanden, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

    Unbekannte schraubten vor einem halben Jahr mehrere Wasserhähne im Gebäude des Bundesnachrichtendienstes ab, wodurch 2.000 Quadratmeter Bürofläche überflutet wurden. Nun steht fest, dass der Sachschaden, der durch diese „Sabotageaktion“ entstanden war, etwa eine Million Euro beträgt, so „Der Spiegel“ unter Berufung auf dpa.

    Die Täter hatten in der Nacht auf den 3. März in Putzräumen fünf Wasserhähne im vierten bis sechsten Stockwerk des Gebäudes abmontiert. Tausende Liter Wasser flossen durch den Neubau. Polizeiberichten zufolge konnten bisher noch keine Verdächtigen ermittelt werden, so „Der Spiegel“. Ein staatsfeindlicher Hintergrund sei zunächst nicht ausgeschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen des Angriffs.

    Nach der Sabotageaktion hätte das neue BND-Gebäude zunächst trockengelegt und danach renoviert werden müssen. Der Bauablauf werde dadurch erneut verzögert. Nun solle der ursprünglich für 2013 geplante Umzug bis 2017 dauern.

    Die Fertigstellung des Baus war bereits mehrmals wegen Baumängeln verschoben worden. Es wurde Pfusch am Bau festgestellt und es gab Probleme mit dem Lüftungssystem.

    Früheren „Spiegel“-Berichten zufolge mussten zudem zwei von drei Firmen, die für die technische Ausstattung des Hauses verantwortlich waren, Insolvenz anmelden.

    Im Jahr 2011 war der Neubau wegen des Diebstahls von hochpräzisen Bauplänen in die Schlagzeilen geraten. Die Baupläne gerieten laut „Focus“ vermutlich in kriminelle Hände. Unbekannte könnten sich demnach mühelos Einblick in Notausgänge, Alarmanlagen, Schleusen, Kabelschächte, Anti-Terror-Einrichtungen sowie Türen- und Deckendichte verschaffen.

    Infolge dessen hätte der Kernbereich des Gebäudes neu geplant werden müssen, wie die ARD unter Berufung auf Regierungskreise damals berichtete. Damit hätte sich der ursprünglich auf 730 Millionen Euro veranschlagte und später mehrmals neuberechnete Bau der BND-Zentrale beträchtlich verteuert. Den jüngsten „Spiegel“-Informationen zufolge rechne der BND inklusive Umzug mit Gesamtausgaben von 1,3 Milliarden Euro für den Standort Berlin.

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    Tags:
    Sabotage, Focus, Der Spiegel, Bundesnachrichtendienst (BND), Deutschland, Berlin