10:02 14 August 2020
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    Kieler Meeresforscher haben mithilfe eines Supercomputers ein neues mögliches Absturzgebiet der malaysischen Boeing MH370 errechnet. Es liegt etwa 3.500 Kilometer von der bisherigen Suchregion entfernt, wie die Zeitung „Frankfurter Allgemeine“ berichtet.

    Am 8. März 2014 verschwand das malaysische Flugzeug mit der Flugnummer MH370 von den Radarschirmen. Bisher wird aufgrund von Satellitendaten vermutet, dass das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord etwa 2.000 Kilometer westlich von Australien ins Meer stürzte.

    Cockpit von einem Übungs-A320
    © Sputnik / Dmitri Korobeynikov
    Laut neuen Computer-Berechnungen von Kieler Meereswissenschaftlern soll die Absturzstelle vermutlich 3.500 Kilometer weiter nördlich als bisher angenommen liegen. Wie Arne Biastoch und Jonathan Durgadoo vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung am Dienstag in Kiel mitteilten, handelt es sich bei der Unfallstelle am wahrscheinlichsten um eine „etwa 500 mal 500 Kilometer große Absturzregion vor der Südküste der indonesischen Insel Java“.

    Ende Juli wurde am Strand der Insel La Réunion vor Ostafrika eine Flügelklappe der verschwundenen Maschine gefunden. Um ihre Ursprungsstelle in einer Computersimulation zurückverfolgen zu können, „setzten die Wissenschaftler fast zwei Millionen virtuelle Partikel an der Fundstelle aus und rechneten in die Vergangenheit“, schreibt die „Frankfurter Allgemeine“.

    „Daraus haben wir dann einmal pro Monat die wahrscheinlichsten Aufenthaltsorte der Partikel berechnet“, erläuterte Durgadoo.

    95 Prozent aller virtuellen Partikel wären den Befunden zufolge in einer Region im Indischen Ozean aufgetaucht, die etwa halb so groß wie Australien und dabei nicht zusammenhängend sei. Insgesamt liegt dieses Gebiet jedoch mindestens 1.500 Kilometer nördlich von der bis jetzt vermuteten Suchregion. Das einzige Gebiet, in dem die letzten Satellitenkontakte des Flugzeugs und eine Häufung von virtuellen Partikeln übereinstimmen, sei die Meeresregion vor Java, so die „Frankfurter Allgemeine“ unter Berufung auf die Wissenschaftler.

    „Wir werden aber noch weitere Computerberechnungen machen, die dann auch die Wellen mit berücksichtigen. Sollten weitere Wrackteile entdeckt werden, wären deren Fundorte eine sehr große Hilfe, um das tatsächliche Absturzgebiet einzugrenzen“, zitiert die Zeitung den Wissenschaftler Biastoch.

    Dem Forscher zufolge wären Computer-Modellberechnungen anderer Wissenschaftler sehr hilfreich. Bisher wisse er jedoch nichts von ähnlichen Berechnungen.

    Die Forscher betonten zudem, dass die vorliegenden Daten noch nicht ausreichen, um der australischen Regierung ein neues Suchgebiet bereitzustellen. „Unsere Berechnungen sind ein weiteres Puzzleteil, um das große Rätsel um MH370 zu lösen“, sagte Biastoch.

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    Tags:
    MH370, Absturz, Flugzeug, FAZ, Deutschland, Kiel, Java, Australien