21:06 25 November 2020
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    Ein Gericht in Kiew hat einen der mutmaßlichen Schuldigen für die Krawalle vor dem Parlamentsgebäude in Kiew festgenommen, wie der ukrainische Fernsehsender 112 Ukraina mitteilt.

    Bei den Krawallen vor der Rada waren am Montag drei Sicherheitsbeamten ums Leben gekommen, laut den jüngsten Angaben der ukrainischen Staatsanwaltschaft wurden mehr als 150 Menschen verletzt, darunter 130 Sicherheitskräfte.

    „Es gibt ein Urteil. (…) Er (der Festgenommene – d. Red.) wird unter anderem der Massenausschreitungen bei Lebensgefahr für Sicherheitsleute verdächtigt. Das Gericht hat ihn zu 60 Tagen Gewahrsam verurteilt“, so der Fernsehsender.

    Am Montag hatte die Oberste Rada in erster Lesung für Verfassungsänderungen gestimmt, die den abtrünnigen Gebieten Donezk und Lugansk, die Volksrepubliken ausgerufen hatten, einen Sonderstatus im Staatsverband der Ukraine ermöglichen würden.

    Die Entscheidung des Parlaments löste schwere Ausschreitungen im Stadtzentrum von Kiew aus. Ein Angehöriger der Nationalgarde kam beim Einschlag einer Handgranate ums Leben, zwei weitere starben im Krankenhaus. Mehr als 30 Protestierende wurden festgenommen. Der ukrainische Innenminister macht die nationalistische Swoboda-Partei für die Krawalle verantwortlich.

    Früher hatte die ukrainische Staatsanwaltschaft berichtet, dass 18 Personen der Zusammenstöße vor der Rada verdächtigt würden. Nach der Beweissammlung wurde gegen einen der Festgenommenen Verdacht wegen „Anschlags auf das Leben eines Sicherheitsbeamten“ sowie eines Terroranschlags erhoben, was als sofortige Maßnahme zur Festnahme führt.

    Gegen die anderen Festgehaltenen wird wegen „Androhung von Gewalt  oder Gewalt gegen Sicherheitsbeamte“, „gruppenweise Störung der öffentlichen Ordnung“ und Massenausschreitungen ermittelt. Am Mittwoch soll das Gericht ein Urteil darüber fällen.

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    Tags:
    Gewalt, Krawalle, Protestaktion, Swoboda-Partei, Nationalgarde (Ukraine), Rada, Ukraine