15:20 21 November 2019
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    Wettbewerb in Tschechien: Schülerteam „Hitlerjugend” gewinnt Bronze

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    Ende August hat eine Gruppe von Schülern unter dem Teamnamen „Hitlerjugend” und mit Hakenkreuzarmbinden an einem Geschichtswettbewerb im tschechischen Schloss Třebíč teilgenommen. Der Auftritt hat ihnen die „meisten Sympathien“ bei der Jury eingebracht, wie die Regionalzeitung „Idnes“ berichtet.

    Schuldirektor Zdeněk Hirt zufolge, war als Thema des Wettbewerbs, der Ende August im tschechischen Schloss Třebíč stattgefunden hat, der Zweite Weltkrieg gewählt worden. Eine der Aufgaben sei dabei „die Präsentation der Teammitglieder in Uniformen jener Tage“ gewesen, erklärte er in einem Gespräch mit „Idnes“. Unter anderem sei auch das Schülerteam „Hitlerjugend” aufgetreten,  in Uniformen und mit Hakenkreuzarmbinden.

    „Es kann doch nicht sein, dass alle als Partisanen oder US-Soldaten auftreten“, beteuerte der Direktor.

    Der Name „Hitlerjugend“ ist laut Hirt auch völlig in Ordnung. „Was gefällt Ihnen da nicht?“, fragte er.

    „Wir beschlossen uns nicht einzumischen – schon  deshalb, weil der Antrag von einer Lehrerin gestellt wurde, die offensichtlich den Namen des Teams mit den Schülern zuvor besprochen hatte“, beteuerte Michal Zábrš, einer der Veranstalter des Wettbewerbs. Am Anfang hätten die Organisatoren  zwar überlegt, ob diese Initiative irgendwie beschränkt werden sollte, doch der Auftritt der Jugendlichen sei so beeindruckend gewesen, dass der Name und die Uniformen keine Bedenken hervorriefen.

    Auch die Preisrichter hätten daran nichts auszusetzen: „Das Team der Neuntklässler aus Jamnitz  rief die meisten Sympathien bei der Jury hervor und landete mit 157 Punkten auf Platz 3“, zitiert die Zeitung einen Bericht von der Schulwebseite. Nach dem Interview mit Direktor Hirt seien diese Nachricht und alle entsprechenden Fotos jedoch verschwunden.

    „Ich schließe nicht aus, dass angesichts der Flüchtlingskrise in manchen EU-Ländern faschistische Rhetorik gebraucht werden könnte. Auch in Tschechien verzeichnen wir neonazistische Stimmungen. Wir dachten zuvor, dass sie nur in sozialen Netzwerken zum Ausdruck kommen. Nun stellte sich heraus, dass sie auch das reale Leben betreffen.“, kommentierte der Politiker, Ex-Parlamentarier und Richter des tschechischen Obersten administrativen Gerichts Jiří Vyvadil diese Situation.

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    Tags:
    Hitlerjugend, Neofaschismus, Adolf Hitler, Jiří Vyvadil, Tschechien