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    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
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    Die Vereinigten Arabischen Emirate sind am Kauf von einem der beiden Mistral-Hubschrauberträger interessiert, die Frankreich für Russland gebaut hat. Das teilte ein Regierungsvertreter der VAE der Zeitung „Defense News“ mit.

    „Wir haben tatsächlich Interesse am Kauf des Schiffes, es entspricht den Anforderungen, die an die Entwicklung unserer Streitkräfte gestellt werden“, sagte der Regierungsvertreter. 

    Am 2. September waren Informationen aufgetaucht, dass Moskau den Verkauf der Mistral-Schiffe an ein drittes Land nur erlauben würde, wenn die dafür konzipierten russischen Hubschrauber Ka-52K mitgeliefert würden. Widrigenfalls wolle Russland von seinem Vetorecht Gebrauch machen, um den Deal zu blockieren.

    Die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und Francois Hollande, hatten sich am 5. August darauf geeinigt, den Vertrag über den Bau und die Auslieferung der Dockschiffe vom Typ Mistral aufzukündigen. Frankreich hat bereits das gezahlte Geld an Russland zurückerstattet.

    Der Vertrag war 2011 zwischen der französischen Werft DCNS/STX und dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport geschlossen worden. Das erste Schiff – „Wladiwostok“ – sollte im November 2014 ausgeliefert werden. Paris legte den Deal aber wegen des Ukraine-Konfliktes auf Eis. Die beiden Mistral-Schiffe dürften 1,2 Milliarden Euro gekostet haben.

    Nach dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ sind Mistral-Schiffe die größten französischen Kriegsschiffe. Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen.

    Die französische Regierung sucht nun nach anderen Ländern, die die Mistral-Schiffe kaufen würden. Als Interessenten werden unter anderem Ägypten, Saudi-Arabien, Indien und Brasilien genannt.

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    Tags:
    Ka-52, Mistral, DCNS/STX, François Hollande, Wladimir Putin, Frankreich, Russland, Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)