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    Vater von ertrunkenem syrischem Jungen

    Vater von ertrunkenem syrischem Jungen will Schmuggler zur Verantwortung ziehen

    © AP Photo / Mehmet Can Meral
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    Der Syrer Abdullah Kurdi, Vater des in dieser Woche vor der türkischen Küste ertrunkenen dreijährigen Aylan, will den Schmuggler, der sie nach Griechenland bringen sollte, ausfindig machen. „Ich möchte, dass er sich für den Tod meiner Familie verantwortet“, sagte Kurdi am Freitag der Agentur Sputniknews.

    Natürlich sei er der Gefahren einer solchen Reise bewusst gewesen. „Nachdem ich aber viele Geschichten gelesen hatte, wie Flüchtlinge ihr begehrtes Ziel Europa glücklich erreichten, dachte ich, dass wir ebenfalls Glück haben werden“, sagte der Vater.

    Er habe bereits die Leichen seiner Angehörigen abgeholt und werde noch am Freitag in seine Heimatstadt Kobani in Syrien zurückkehren, wo die Familie beigesetzt werden soll. „Jetzt werde ich nichts mehr haben als Erinnerungen und drei Grabsteine. Ich werde in Kobani bleiben und jeden Tag die Gräber meiner Frau und meiner Kinder besuchen. Die Kinder waren für mich alles. Ich habe sie mehr als mein Leben geliebt.“

    „Für diese Reise habe ich mich nur entschieden, damit meine Kinder eine sichere Zukunft hätten. Jetzt kann ich nicht einmal den Anblick des Meeres ertragen, weil die Erinnerungen jener schrecklichen Nacht sofort wieder wach werden.“

    Abdullah Kurdi rief die Welt auf, dieser Katastrophe ein Ende zu setzen, damit unschuldige Menschen, die sich in fremden Ländern vor dem Krieg retten wollen, nicht mehr sterben. „Meine Kinder kamen ums Leben. Aber andere Familien haben ebenfalls Kinder, die nicht sterben dürfen. Die Welt muss diese Tragödie stoppen“, sagte Kurdi.

    Der dreijährige Aylan war am Mittwoch tot an einem Strand nahe dem türkischen Badeort Bodrum angespült worden. Medienberichten zufolge hatte der Junge gemeinsam mit seiner Familie von der türkischen Küste aus — wie tausende seiner Landsleute — ein Schlepperboot zur griechischen Ferieninsel Kos bestiegen. Doch das überladene Boot kenterte im hohen Wellengang, die türkische Küstenwache barg insgesamt zwölf Tote. 15 Menschen konnten sich an Land retten. Aylan starb zusammen mit seinem fünf Jahre alten Bruder Galip und seiner Mutter Rehan. Nur der Vater Abdullah überlebte.

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    Tags:
    Migranten, Reisen, Tod, Syrien