05:04 18 Juni 2019
SNA Radio
    Flüchtlingsansturm auf Deutschland

    Flüchtlingsansturm auf Deutschland: Ungarische Schlepper profitieren von der Not

    © REUTERS / Michael Dalder
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1281)
    8832

    Trotz der Passkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze bieten ungarische Taxifahrer den Flüchtlingen Fahrten nach München via Slowakei und Tschechien an. Eine Fahrt kostet 500 bis 1000 Euro pro Kopf. Die erste Station in Ungarn für die Flüchtlinge ist das Dorf Röszke an der Grenze zu Serbien.

    Wegen des riesigen Flüchtlingsansturms sperrte Deutschland am Wochenende seine Grenzen und führte wieder Passkontrollen ein.

    Die Taxifahrer in Ungarn verlangen für eine Fahrt nach Deutschland in der Regel 1000 Euro pro Kopf; bei Gruppen sind es zwischen 500 und 700 Euro. Über Maisfelder werden die Flüchtlinge zu einer geheimen Stelle gebracht, wo sich die Fahrzeuge der Schlepper befinden – rund zwei Kilometer von der ungarisch-serbischen Grenze entfernt. Insgesamt gibt es etwa 30 Fahrzeuge, Taxis und Kleinbusse. Entweder fahren die Flüchtlinge oder warten stundenlang auf die Busse nach Budapest.

    Für 200 bis 300 Euro bringen die Taxifahrer die Flüchtlinge zunächst nach Budapest. Dort gebe es viele Freiwillige, Lebensmittel, Ärzte und kostenlose Züge bis zur Grenze, so einer der Schlepper.

    Die zweite Station ist der Busbahnhof „Nepliget“ in Budapest. Wie ein Taxifahrer erklärte, kann die Grenze nur zu Fuß passiert werden, weil Österreich die Fahrzeuge auf den Straßen kontrolliert. Bis zur österreichischen Grenze werden 200 Euro pro Kopf verlangt. Eine Fahrt über die Slowakei und Tschechien direkt nach München kostet 500 Euro.

    Neben dem Taxifahrer sitzt ein alter Mann: Wenn die Flüchtlinge ihre Fahrt per Taxi fortsetzen wollen, steigt er aus und zeigt ihnen eine Stelle, wo auf sie ein gewöhnlicher PKW ohne Markierung als Taxi wartet. Ein Taxi könnte mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

    Nach Angaben der ungarischen Polizei müssen alle Flüchtlinge registriert werden und Asyl beantragen. Die illegale Beförderung von Einwanderern werde strafrechtlich verfolgt, hieß es.

    Der Taxifahrer und sein „Kollege“ wurden nervös, als ein Kameramann und Journalisten auftauchten. Der Flüchtlingsansturm ist ein lukratives Geschäft für die Schlepper.

    Der frühere ungarische Ministerpräsident  Ferenc Gyurcsány beklagte, dass die Flüchtlinge nicht gewaltsam mit einer Mauer und der Polizei abgewiesen werden dürfen. Die Gesetze des Lebens seien wichtiger als juristische. Flüchtlinge würden immer nach Schlupflöchern suchen, so der Politiker.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1281)

    Zum Thema:

    Medien: USA bezahlen Flüchtlingskrise mit eigenem Einfluss in der Welt
    Flüchtlingsansturm: Österreich setzt Armee für Grenzkontrollen ein
    Flüchtlingskrise: Autobahn zwischen Österreich und Ungarn wieder offen
    Flüchtlingskontrolle: Tschechien festigt Grenze zu Österreich
    Tags:
    Grenze, Migrationspolitik, Migranten, Ferenc Gyurcsány, Röszke, Tschechien, Slowakei, Österreich, Deutschland