14:52 22 September 2018
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    Russischer Öltanker „Mechanik Tschebotarjow“

    Libysche Marine: Crew des aufgebrachten russischen Öltankers wird vernommen

    © REUTERS / Hani Amara
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    Die für Schmuggelangelegenheiten zuständige Staatsanwaltschaft Libyens wird die Crew des festgehaltenen russischen Öltankers „Mechanik Tschebotarjow“ vernehmen, um herauszubekommen, warum das Schiff in das libysche Hoheitsgewässer eingelaufen war, sagte der Sprecher des libyschen Generalstabs, Oberst der Streitkräfte Ayub Kasem, am Donnerstag.

    Der Vermieter des in Libyen festgehaltenen russischen Öltankers, das Unternehmen Oil Marine Group, hat in einer offiziellen Erklärung, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, die Ölschmuggel-Vorwürfe zurückgewiesen und besteht darauf, dass das Festhalten des Schiffes illegitim sei. „Die Meldungen, die in den Medien erschienen sind, laut denen das Schiff angeblich Öl aus einem libyschen Hafen geschmuggelt haben soll, entsprechen nicht der Wirklichkeit. Das Schiff fuhr leer und wurde illegitim festgehalten“, heißt es in der Erklärung der Firma. 

    Laut Angaben von Oil Marine Group wurden den die Ausweise und Mobiltelefone der Crewmitglieder sowie die Schiffspapiere beschlagnahmt. Erklärungen oder Forderungen der lokalen Behörden an den Kapitän oder die Firma  gab es bisher keine. Die Seeleute sind derzeit an Bord, ihr weiteres Schicksal ist unklar. Es hat bereits Drohungen an die Crew gegeben, dass sie in Gewahrsam genommen werde. 

    „Der Fall wurde an die spezielle Staatsanwaltschaft übergeben, die Mannschaft wurde festgehalten. Sie wird vernommen, damit das Ziel des Schiffes klargestellt werden kann“, sagte Kasem und fügte hinzu, dass das ganze Prozedere „in Übereinstimmung mit den libyschen Gesetzen und den Völkerrechtsnormen geführt werden“.

    Laut dem Generalstabssprecher handelt es sich bei allen Crewmitgliedern um russische Staatsbürger. „Derzeit befinden sie sich am Marinestützpunkt in Tripolis“, fügte der libysche Oberst hinzu. Laut Kasem führte die „Mechanik Tschebotarjow“ zwar kein Erdöl an Bord, fuhr jedoch laut Informationen, die der libyschen Seite zur Verfügung stünden, in den Hafen Suar, um dort ihre Tanks aufzufüllen, die bis zu 5.000 Tonnen Treibstoff aufnehmen können.

    „Das Schiff Mechanik Tschebotarjow“ mit elf Crewmitgliedern an Bord ist in das libysche Hoheitsgewässer eingelaufen und nahm Kurs auf den Ölhafen Suar. Früher hatten wir Informationen über das Einlaufen des Schiffes erhalten, und unsere Küstenwache fuhr los, um das Schiff zu entern. Als sich die Küstenwache näherte, wurde auf dem Schiff eine rote Flagge gehisst, die eine Panne signalisiert. Es gab keine genehmigenden Papiere der libyschen Seite, was ein Verstoß ist. Libyen hat das Recht, auf derartige Handlungen zu reagieren“, erklärte Oberst Kasem. 

    In den vergangenen zwei Monaten hätten die libyschen Behörden bereits mehrere „derartige Schmuggel-Fälle“ fixiert, fügte er hinzu.

    Zuvor hatte die Agentur Taufik Alskir unter Berufung auf einen hochrangigen Marineoffizier berichtet, dass am Mittwoch ein Öltanker unter russischer Flagge festgehalten wurde, der versucht hatte, Öl aus dem Hafen Suar zu schmuggeln. „Das Schiff wurde festgehalten und die elfköpfige Besatzung gefangengenommen“, so Alskir.

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    Tags:
    Schmuggel, Erdöl, Öltanker Mechanik Tschebotarjow, Oil Marine Group, Ayub Kasem, Russland, Libyen