21:21 21 Januar 2018
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    Axel Springer steigt aus Russland-Geschäft aus - Reaktion auf Mediengesetz

    © AFP 2018/ John Macdougal
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    Der Konzern Axel Springer gibt wegen eines umstrittenen Mediengesetzes in Russland nach mehr als zehnjähriger Tätigkeit sein Geschäft in dem Riesenreich auf, wie das Internetportal onvista.de am Donnerstag berichtete. Der russische Unternehmer Alexander Fedotow werde 100 Prozent der Anteile übernehmen, teilte der deutsche Konzern mit.

    Dem Bericht zufolge will die bisherige Chefin von Axel Springer Russland, Regina von Flemming, 20 Prozent des Geschäfts von Fedotow, Eigentümer des Verlags Artcom Media, übernehmen. Zum Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben.

    „Ausländische Investoren sehen sich in Russland zum Verkauf gezwungen, weil ihnen ein neues Mediengesetz nur noch eine Beteiligung von maximal 20 Prozent erlaubt. Die im vergangenen Jahr vom Parlament im Eiltempo durchgewunkene und von Kremlchef Wladimir Putin im Oktober unterzeichnete Novelle tritt am 1. Januar 2016 in Kraft“, hieß es.

    Mit einer Übernahme der Anteile wolle Regina von Flemming vor allem die Redaktion von "Forbes" erhalten. Das Magazin mit einer Auflage von 100 000 Exemplaren werde auch wegen seiner Ranglisten der reichsten Russen viel beachtet. "Mein Team und ich sind froh, Alexander Fedotow als unseren neuen Mehrheitseigner zu haben", wurde von Flemming von der Deutschen Presse-Agentur zitiert. Axel Springer Russland gibt unter anderem auch die russischsprachigen Hochglanzzeitschriften "Ok!" und "Geo“ heraus.

    Die russische Tochtergesellschaft der Axel Springer AG war 2003 gegründet worden. Ziel war es, eine Spitzenstellung auf dem russischen Markt der Printmedien zu erreichen.

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    Tags:
    Medien, Forbes, Artcom Media, Axel Springer, Wladimir Putin, Regina von Flemming, Alexander Fedotow, Russland
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