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11:31 20 August 2019
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    Flüchtlinge an der kroatischen Grenze

    Deutscher Experte zur Flüchtlingskrise: Faire Verteilung ist notwendig

    © REUTERS / Antonio Bronic
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Der Flüchtlingszustrom wächst, das Versagen des Dublin-Systems wird immer offensichtlicher. Die EU kann langfristig nicht umhin, über eine faire Verteilung nachzudenken, meint Dr. Jens Ruhose vom ifo Institut.

    Migranten in Makedonien
    © AP Photo / Giannis Papanikos
    „Es steht fest, dass das Dublin-Verfahren nicht funktioniert. Es muss eine solidarische Verteilung geben, darüber wird jetzt am meisten diskutiert“, so Dr. Jens Ruhose gegenüber Sputniknews. Mittelfristig solle es für Deutschland schon möglich sein, diesen Zustrom zu bewältigen, doch es gehe um die Lastenverteilung in der EU. Auch außenpolitisch brauche man vernünftiges Handeln, gerade die Krisen-Regionen müssen in der Zukunft besser unterstützt werden, fügt der Experte hinzu.

    Deutschlands Kapazität schätzt der Experte immerhin als bisher hoch ein: „Integrationschancen für Flüchtlinge sehen in Deutschland gut aus, es gibt Kapazitäten auf dem Arbeitsmarkt“.  Das Problem sei, dass die Flüchtlinge, die gerade kommen, nicht unbedingt die Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen, die sofort auf dem deutschen Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Ihre Integration könnte dabei der demografischen Tendenz in Deutschland günstig entgegenwirken: bis zum Jahre 2060 wird dort ein Bevölkerungsrückgang von ca. acht Millionen Menschen in der arbeitenden Bevölkerung erwartet. 70 Prozent der Flüchtlinge sind jetzt jünger als 30 Jahre.

    © Ruptly .
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    „Das Problem ist, dass sie erst qualifiziert werden müssen, um eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Die meisten sprechen nicht einmal die deutsche Sprache. Man muss genau hingucken, wie man die Leute qualifizieren und vermitteln kann, um sie dann in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Ruhose.

    Generell sei es jedoch nicht die Frage des Arbeitsmarktes, ob man sie aufnehmen kann oder nicht, sondern eine humanitäre Frage. „Man muss sich zusammensetzen in der EU, was bisher nicht passiert ist“, sagt Dr. Ruhose.

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    Migranten, Dr. Jens Ruhose, Deutschland