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    Einreiseverbot für kritische Journalisten – „Ende der Demokratie in Ukraine“

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    Für drei Jahre hat die Ukraine Silvio Berlusconi die Einreise verboten. Aber nicht nur ihm. Auf der „Sanktionsliste“ landeten auch Dutzende kritische Journalisten wie Alessandro Bertoldi. Der Giornale-Kolumnist spricht nun vom Ende der Demokratie in der Ukraine und ruft EU und USA zum Kurswechsel auf.

    Insgesamt 388 Privatpersonen und 105 Unternehmen aus 23 Ländern hat Präsident Petro Poroschenko auf seine „schwarze Liste“ gesetzt. Neben den bekennenden Russland-Verstehern wie Silvio Berlusconi oder Gérard Depardieu wurden auch 41 Journalisten und Blogger als Gefahr für die Sicherheit der Ukraine eingestuft.

    Weil Alessandro Bertoldi beim Krim-Referendum und bei den Wahlen im Kriegsgebiet Donbass als Beobachter tätig war, tut ihn Kiew nun „als politische Marionette des Kreml“ ab.

    „Diese Entscheidung beweist, dass die ukrainische Regierung an Demokratie und Redefreiheit im Westen kaum glaubt“, kommentierte der Journalist, der auch im Rat der italienischen Partei Forza Italia sitzt, in einem Gespräch mit Sputnik Italia. Für ihn liegt die Doppelmoral auf der Hand. „Wenn Europa und die Nato die ukrainische Regierung unterstützen, freut sich Kiew. Wenn einige Politiker eine abweichende Position beziehen, fühlt sich Kiew gekränkt.“

    Die Sanktionen gegen die Kritiker bedeuten für Bertoldi den „Anfang vom Ende der Demokratie“. „Ich denke, das ist auch ein Scheideweg für die EU und die USA, die sich als Boten von Demokratie und Moral verstehen: Sie müssen ihre Haltung gegenüber der Ukraine-Krise verändern.“ Im Westen würde man langsam „anerkennen, dass Russland völkerrechtskonform vorgegangen ist“.

    Journalisten müssten überall die Möglichkeit haben, die Wahrheit zu sagen, so Bertoldi weiter. „Dass die Ukraine die ausländischen Journalisten nicht wünscht, bedeutet, dass sie ihre eigenen kontrolliert und diejenigen ablehnt, die nicht im Chor singen.“

    „Ein Land, das wir für einen Verbündeten halten, darf uns auf keine Proskriptionsliste setzen“, so Bertoldi weiter. Das italienische Außenministerium habe ihm und anderen Journalisten Briefe geschickt, in denen es von Ukraine-Reisen abrät. Dabei betrachte Italien die Ukraine offiziell weiter als Freund. „Ich denke, es stimmt etwas nicht mit der italienischen Politik, sie muss im Interesse der Italiener geändert werden.“

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    Tags:
    Demokratie, Presse, Sanktionen, Journalisten, Einreiseverbot, Forza Italia!-Partei, EU, Alessandro Bertoldi, Silvio Berlusconi, Gérard Depardieu, Petro Poroschenko, USA, Donbass, Ukraine