22:08 03 Juni 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die dänische Unterhaltungsshow Natholdet hat gleich zu Beginn der neuen TV-Saison einen satirischen Clip produziert, der am Samstagabend auf der Facebook-Site der Show platziert wurde. Eltern mit zwei Kindern spielen da ein Spiel, dessen Sinn darin besteht, keine Flüchtlinge ins Land hinein zu lassen - indem Grenzzäune aufgestellt werden.

    Auf dem Spielfeld ist die Landkarte Dänemarks mit den angrenzenden Ländern zu sehen. Die Spielfiguren sind vier dänische Politiker: Inger Støjberg, Lars Løkke Rasmussen aus der Partei der Linken (Venstre) sowie Kristian Dahl und Martin Henriksen aus der Dänischen Volkspartei (Dansk Folkeparti).

    Viele Facebook-Nutzer konnten indessen nicht verstehen, ob sie das Video als Sarkasmus oder nicht wahrnehmen sollen.

    Migrants game
    Migrants game

    Kerime Enise Ceylan: „Schämt euch … schamlose Ungeheuer … sind eure Herzen etwa aus Stein? Seid ihr keine Menschen? Wie viele Flüchtlinge haben sich in Dänemark angesiedelt? Versucht, irgendwie Halt zu machen.“

    Niveen Ziad: „Natholdet sind die dümmsten und herzlosesten Menschen, die ich je gesehen habe! Ich hoffe, ihr alle, die ihr sie hier unterstützt, werdet eines Tages eine ebensolche Reise machen müssen!“

    Es hat sich auch eine Gruppe von Menschen gebildet, die das nicht existierende Spiel und die Idee, die Grenzen für Flüchtlinge zu schließen, unterstützen.

    Migrants game
    Migrants game

    Peter Lunddahl: „Lasst uns hoffen, dass das alles nicht so lustig sein wird, wenn man uns die Redefreiheit nimmt und finstere Jahrhunderte zurückkehren. Denkt an die Zukunft eurer Kinder.“

    Michael Strømberg Nielsen: „Ich verstehe diese Flut von Hass gegenüber Inger Støjberg nicht. Das ist eine Frau, die direkt sagt, was sie denkt, obwohl sie deshalb unpopulär werden könnte, und die versucht, Dänemark für uns alle besser zu machen.“

    Migrants game
    Migrants game

    Trine Louise Hasselbach: „Ein phantastisches Spiel, das ich gern mit meiner Tochter spielen würde, wenn es wirklich existieren würde. Denn sie soll wissen, dass wir nicht jenen helfen müssen, die 200 000 Kronen für eine Reise hierher haben. Hauptsächlich sind es Männer, die Frauen und Kinder in einem Land zurücklassen, das unter einem Krieg leidet. Demnach ja, schließt die Grenze und schickt das Geld den echten Flüchtlingen vor Ort.“

    Manche Diskussionsteilnehmer begriffen dennoch den Sinn des Videos sehr wohl. Der User Hamo Teljigovic schreibt: „Ich verstehe nicht, warum sich Natholdet schämen soll? Es ist völlig klar, dass sie in der Karikatur eine Situation darzustellen versuchen, damit die Menschen sehen, wie lächerlich alle Politiker, Privatpersonen und die Regierung auf diese tragische Situation reagieren. Eine phantastische Arbeit, endlich erhält die Bevölkerung eine Information, indem sie die Dinge von einem anderen Standpunkt her sieht, wie in diesem Clip.“

    Helle Larsen: „Es ist dennoch schade, dass so viele Menschen nicht begreifen, dass das Spiel, das Natholdet vorgestellt hatte, darauf gerichtet ist, jene auszulachen, die GEGEN Flüchtlinge sind, eben die Politiker und Privatpersonen, die sich in den Massenmedien mit Schande bedeckt hatten. Und wie schade ist es, dass wir, die Dänen, einen Humor nutzen, der auch von jenen, denen wir zu helfen und die wir zu schützen versuchen, aber auch von jenen, die dasitzen, sich über dieses Spiel freuen und denken, dass es sich GEGEN Flüchtlinge richten würde, falsch verstanden wird. So ist es nicht.“

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    Tags:
    Spiel, Migranten, Martin Henriksen, Kristian Dahl, Lars Løkke Rasmussen, Inger Støjberg, Dänemark