16:55 31 März 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Nach Medienberichten sind mehr als 200 Flüchtlinge über den einzigen an der russisch-norwegischen Grenze existierenden Übergang Borissoglebski nach Norwegen gelangt.

    Nach Angaben der russischen Migrationsbehörden nimmt der Ansturm der Flüchtlinge zunehmend größere Ausmaße an.

    Migranten in Makedonien
    © AP Photo / Giannis Papanikos

    Fast die Hälfte der Flüchtlinge in Norwegen passieren die russisch-norwegische Grenze. Dabei handele es sich mehrheitlich um Syrer, berichtete der TV- und Radiosender NRK.

    Nach Angaben der russischen Migrationsbehörden sind seit Jahresbeginn mehr als 200 Flüchtlinge über den Grenzübergang Borissoglebski nach Norwegen gekommen. Laut norwegischen Medienberichten steigt die Zahl der Flüchtlinge mit jedem Tag. Während früher jeden Tag rund 20 Menschen ankamen, waren es am Mittwoch doppelt so viele.

    „Von den 99 Menschen, die am Mittwoch in Norwegen Asyl beantragt haben, befinden sich 43 — also fast die Hälfte – in Kirkenes“, meldete der TV-Sender. „Die meisten Menschen, die über den Grenzposten Storskog kommen, stammen aus Syrien“.

    Experten zufolge ist die nördliche Route für die Migranten günstiger – sie kommen zunächst mit dem Flugzeug nach Moskau und fahren dann mit dem Zug nach Murmansk, von wo aus sie mit Linienbussen bzw. Autos bis zur Grenzstadt Nikel fahren. Weil die Grenze zu Fuß nicht passiert werden kann, nehmen viele Flüchtlinge ein Fahrrad. Autofahrer nehmen die Flüchtlinge nicht gerne mit – wenn sich herausstellt, dass ihre Dokumente nicht in Ordnung sind, werden die Autofahrer zur Verantwortung gezogen.

    „Menschen gelangen aus Damaskus nach Storskog in weniger als 48 Stunden. Das ist ein kurzer Weg in ein Schengen-Land“, zitiert der TV-Sender den norwegischen Polizisten Hans Mollebakken.

    In der norwegischen Grenzstadt Kirkenes sind die Hotels mit Flüchtlingen überfüllt. Norwegen will einen ehemaligen Bunker, in dem sich heute eine Sport- und Konzerthalle befindet, als Aufnahmelager umgestalten. Hier können etwa 150 Flüchtlinge unterbracht werden. Nach Angaben der norwegischen Behörde können die Flüchtlinge in Kirkenes so lange bleiben, bis ihr Schicksal geklärt ist – nach ihrer Registrierung wird ihr Unterbringungsort festgelegt. In der vergangenen Woche kamen 1200 Flüchtlinge nach Norwegen. Die Behörden rechnen in diesem Jahr mit insgesamt 22.000 Einwanderern.

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    Tags:
    Migranten, Hans Mollebakken, Russland, Norwegen, Syrien