02:55 30 Oktober 2020
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    Unter den Opfern des US-Luftangriffs auf das Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen (MSF) im afghanischen Kundus waren auch Kinder, wie Meini Nikolay, Chefin der Operationszentrale dieser Hilfsorganisation in Brüssel, in einem Exklusivinterview der Nachrichtenagentur RIA Novosti mitteilte.

    Laut Nikolay dauerte das Bombardement mehr als eine Stunde. Der Verbleib einiger Mitarbeiter sei noch immer unbekannt. Die Klinik sei evakuiert worden. Ein Teil der Mitarbeiter und schwer verletzte Patienten seien nach Kabul gebracht worden. Mehrere Mitarbeiter hätten selbständig Kundus verlassen, sagte Nikolay. „Wir wissen nichts vom Verbleib eines Teils des Personals. Wir wissen nicht, ob sie noch leben.“

    Bei einem Luftangriff der US-Streitkräfte auf eine MSF-Klinik in der umkämpften Stadt Kundus waren am Samstag mehr als 20 Menschen getötet worden. Nach dem Angriff sagte ein US-Kommandeur, das Bombardement sei auf Bitten des afghanischen Militärs erfolgt. Ärzte ohne Grenzen warf den USA daraufhin vor, Afghanistan die Schuld zuschieben zu wollen. Am heutigen Dienstag wurde bekannt, dass die USA die Verantwortung für den Bombenangriff auf das Krankenhaus auf sich genommen haben.

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    Tags:
    Ärzte ohne Grenzen, Kundus, Afghanistan, USA